Chinesische Raumstation bald doppelt so groß: Tiangong soll erweitert werden

Tiangong soll erweitert werden
Chinesische Raumstation bald doppelt so groß

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.06.2026
Als Favorit speichern
Tiangong, China, Space Station, CMSA
Foto: CMSA

Chinas Raumstation Tiangong wird noch größer. Derzeit hat die Station T-Form, das soll sich allerdings bald ändern. Ein neues Modul soll Tiangong zu einer Kreuzform erweitern.

Bisher gibt es das Kernmodul Tianhe sowie die Labormodule Wentian und Mengtian. Hinzukommen wird in der ersten Ausbauphase ein 20 Tonnen schweres Multifunktionsmodul, wie die chinesische Regierung bekanntgab.

Die Erweiterung soll zusätzliche Andockstellen beinhalten, die das gleichzeitige Andocken mehrerer Raumfahrzeuge ermöglichen, eine weitere Luke für Außenbordeinsätze sowie erweiterte Lager- und Experimentierkapazitäten.

Erweiterung noch nicht terminiert

Grund für die massive Erweiterung sei der steigende Forschungsbedarf. Allerdings erhöht auch die erweiterte Frequenz an bemannten und unbemannten Missionen den Bedarf an verfügbaren Andockstationen.

Yang Hong, Chefkonstrukteur des Raumstationssystems, erklärte, die Erweiterungen würden "zu einem geeigneten Zeitpunkt" entwickelt und gestartet werden. Alles natürlich, um der "nationalen strategischen Entwicklung" gerecht zu werden.

In Zukunft will China pakistanische Astronauten als Teil einer "Süd-Süd-Kooperation" ausbilden. Auch mit anderen Partnern sind laut Hong gemeinsame Missionen und Kooperationen geplant. Nicht nur die geplante Mondbasis, sondern eben auch Tiangong sollen im Mittelpunkt stehen.

Tiangong ist Chinesisch für "Himmelspalast". Sie ist die dritte modulare Raumstation, nach Mir und der Internationalen Raumstation (ISS). Wenn der Betrieb auf der ISS eingestellt wird, ohne dass eine Nachfolgestation betriebsbereit ist, könnte Tiangong in Zukunft die einzige Raumstation werden.

Seit April 2021 ist sie im All, 2022 wurde sie auf die derzeitige Größe erweitert. Seitdem laufen regelmäßige bemannte Missionen.

Bisher verfügt die Station über drei Roboterarme sowie drei externe Andockstellen. Das Weltraumteleskop Xuntian, dessen Start für 2027 geplant ist, soll künftig regelmäßig an der Station andocken, um gewartet und betankt zu werden.