Algerien hat der nigrischen Armee vier Hubschrauber sowie umfangreiches militärisches Zusatzmaterial übergeben. Das teilte das algerische Ministerium für Nationale Verteidigung mit.
Ziel sei es, "die strategische Zusammenarbeit zwischen Algerien und der Republik Niger in verschiedenen Bereichen, insbesondere im militärischen Sektor, zu stärken", erklärte das Ministerium.
Mi-24W und Mi-171 für Niger
Am 9. August starteten zwei Kampfhubschrauber vom Typ Mil Mi-24W sowie zwei Transporthubschrauber vom Typ Mil Mi-171 von der Einsatzbasis Ain Ghazal in Richtung des Flughafens der nigrischen Hauptstadt Niamey.
Begleitet wurden die Drehflügler von einem Militärtransportflugzeug der algerischen Luftstreitkräfte, das eine Munitionsladung sowie Ersatzteile, Instandhaltungs- und Wartungsausrüstung und weiteres logistisches Unterstützungsmaterial an Bord hatte, um die Integration leichter zu machen.
Nigers Luftwaffe betreibt bisher nur eine kleine Helikopterflotte, die vor allem aus französischen SA342 und Bell 412 besteht. Das Land besitzt allerdings schon eine Mi-24 und auch Mi-171.
Gut 30 Mi-24 stehen in Algerien seit den frühen 70er Jahren im Dienst. Zwischen 1999 und 2001 wurden vom südafrikanischen Unternehmen Advanced Technologies and Engineering einige Maschinen modernisiert. Diese "Super Hind Mk III" verfügen über neuere elektro-optische Systeme zur Zielerfassung und Halterungen für südafrikanische Ingwe-Lenkflugkörper und können auch westliche Präzisionswaffen tragen. Die Super Hind sind außerdem etwas leichter als ältere Mi-24 mit sowjetischer Elektronik.
Algerien betont historische Verbundenheit
Das Verteidigungsministerium in Algier ordnete die Aktion in den größeren Rahmen der bilateralen Beziehungen ein. Die Operation stehe "im Zeichen der Stärkung der brüderlichen und historischen Beziehungen zwischen den beiden befreundeten Staaten" und unterstreiche Algeriens Engagement, Länder der Region weiterhin zu unterstützen, hieß es weiter.
Mit der Schenkung bekräftige Algerien seine Entschlossenheit, "die Bemühungen zur Förderung von Sicherheit und Stabilität in der Region in Abstimmung mit seinen Partnern fortzusetzen".
Zerwürfnis über Drohnenabschuss
Algerien und Niger teilen eine Grenze durch die Sahelzone. Algerien versucht seit Anfang des Jahres das Verhälnis mit Niger zu stärken, nachdem die Beziehungen zu den drei Staaten der Alliance of Sahel States (AES) – Mali, Niger und Burkina Faso –im April 2025 stark belastet worden waren. Algerische Streitkräfte hatten eine malische Drohne nahe der gemeinsamen Grenze abgeschossen, woraufhin alle drei AES-Staaten ihre Botschafter abzogen.
Mit Niger verläuft die Annäherung bereits erfolgreich. Im Februar 2026 kehrten die Botschafter beider Länder auf ihre Posten zurück, und Nigers Präsident Tiani stattete Algier einen Staatsbesuch ab, bei dem die Zusammenarbeit auf Infrastruktur, Gesundheit und Ausbildung ausgeweitet wurde.





