Airbus A350-Frachter mit Startabbruch-Tests – Erstflug steht kurz bevor

Startabbruchtests in Toulouse
Airbus A350-Frachter kurz vor dem Erstflug

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.09.2026
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In voller Paketlackierung zeigt sich der erste A350-Frachter dieser Tage auf dem Airbus-Werksflughafen Toulouse im Süden Frankreichs, und dazu noch schwer aktiv. Punkt für Punkt arbeiten die Testpiloten derzeit die finalen Bodentests ab – von ersten Rollversuchen bis zu zwei Startabbruchtests am Donnerstagmorgen. Damit fehlt im Grunde nur noch der Höhepunkt der Dramaturgie: der Erstflug.

Offiziell hält sich Airbus hinsichtlich eines Termins dafür weiter bedeckt, doch die Anzeichen verdichten sich, dass es wohl Anfang der kommenden Woche soweit sein soll. Damit wäre der Flugzeughersteller zwar kalendarisch nicht mehr ganz im Rahmen seines selbstgesteckten Ziels, die A350F noch im Sommer in die Luft zu bringen. Allerdings strahlt die Sonne in Toulouse in diesem Jahr auch Ende September mit sommerlicher Kraft, die Verschiebung in den frühen Herbst ist also verschmerzbar.

Das erklärte Ziel, mit der A350F früher auf dem Markt zu sein als Kontrahent Boeing mit seiner 777-8F, scheint deswegen jedenfalls nicht in Gefahr.

Flugerprobung umfasst 400 Stunden

Ihren braunen Paketanstrich hatte die erste A350F mit der Seriennummer MSN 700 bereits Mitte August erhalten. Das Design hatte Airbus zuvor im Rahmen eines Wettbewerbs ermittelt.

Die MSN 700 wird planmäßig den Löwenanteil der auf rund 400 Stunden angesetzten Flugerprobung absolvieren und primär Zeugnis über die Flugeigenschaften und Leistungsparameter des größten Frachters ablegen, den Airbus bis dato gebaut hat.

Mit der MSN 701 lässt der Flugzeugbauer noch einen zweiten A350F-Prototyp für Funktionstests von der Leine. Auch dieses Exemplar ist bereits weitestgehend fertig. Beim ersten semi-öffentlichen Auftritt auf dem Vorfeld des Werks-Airports im vergangenen Monat fehlten ihm jedoch – neben dem Anstrich – noch das große Frachttor auf der Backbordseite und die beiden Trent XWB‑97-Triebwerke.

Zweiter Airbus A350F, noch ohne Triebwerke, in Toulouse.
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Das leistet der Airbus A350F

Der Airbus A350F basiert weitgehend auf der aktuellen Topversion A350-1000 und firmiert werksintern folgerichtig als A350-1041F. Was die Rumpflänge von 70,8 Metern angeht, rangiert die A350F allerdings zwischen den etablierten Varianten A350-900 (66,8 Meter) und A350-1000 (73,78 Meter).

Von der A350-1000 übernimmt die A350F unter anderem den Antrieb und das Fahrwerk. Einzigartig ist dagegen das bereits erwähnte Frachttor an der linken hinteren Rumpfseite. Mit einer Breite von 4,44 Metern und einer Ladeöffnung von 4,30 Metern fällt das Seitentor, das beim Öffnen 65 Grad nach oben schwenkt und fast bis in den "Giebel" reicht, laut Airbus sogar größer als Bug- und Seitentor am Jumbo-Frachter und 15 Prozent breiter als das Seitentor der Erzkonkurrentin 777.

Auf diese Weise soll die A350F problemlos auch Flugzeugtriebwerke der neuesten Generation laden können. Selbst das gigantische GE9X der Boeing 777X mit einem Bläserdurchmesser von 3,4 Metern soll weitgehend unzerlegt seinen Weg durch die Ladeluke finden.

Die Nutzlast der A350F beträgt nach bisherigen Angaben maximal 111 Tonnen.