Erst Ende September hat die südkoreanische Luftwaffe ihre erste KAI KF-21 übernommen, da mischt der neue, einheimische Fighter bereits bei einer großangelegten internationalen Übung mit. Zwei Wochen lang, vom 26. Oktober bis zum 6. November, trainierten Südkoreas Piloten und Einheiten der US Air Force beim Manöver "Freedom Flag" zusammen.
"Freedom Flag" gilt im offiziellen Sprachgebrauch als Verteidigungsübung. Die beteiligten Kräfte sollen "den Umgang mit vielfältigen Bedrohungen" einstudieren und zugleich "das gegenseitige Verständnis und Vertrauen" unter den Teilnehmern beiden Nationen stärken.
Inwiefern die (bislang einzige) KF-21 der Luftwaffe Südkoreas wirklich in die Abläufe der binationalen Trainingskampagne involviert war, bleibt offen. Zumindest für einen gemeinsamen Formationsflug mit anderen südkoreanischen Kampfjets sowie zwei F-16 und einem U-2S-Höhenaufklärer der US Air Force holte der 16. Fighter Wing seinen neuesten, auf dem Fliegerhorst Yecheon stationierten, Jet aus dem Hangar.
Der Formationsflug fand laut südkoreanischen Quellen über dem Gelben Meer statt, offenbar bereits am 23. Oktober, als demonstrativer Prolog von "Freedom Flag".

Eine U-2S "Dragon Lady" und eine F-16 der USAF im Verbund mit einer KF-21 Boramae - noch ist das ein ungewohntes Bild.
F-35A und F-15K, U-2S und F-16
Neben der doppelsitzigen KF-21 aus Yecheon waren auf koreanischer Seite eine F-35A vom 17th Fighter Wing aus Cheongju sowie eine Boeing F-15K vom 11th Fighter Wing aus Daegu beteiligt.
Die USA steuerten das Spionageflugzeug U-2S "Dragon Lady" von der 5th Reconnaissance Squadron aus Osan sowie zwei F-16 des 8th Fighter Wing bei, die auf dem Fliegerhorst Kunsan zu Hause sind. Foto- und Videomaterial wurden offenbar aus einer koreanischen KAI FA-50 heraus angefertigt.

Der spezielle Formationsflug über dem Gelben Meer markierte den Auftakt zur Großübung "Freedom Flag".
Südkoreas Kampfjet-Meisterstück
Mit der KAI KF-21 Boramae hat Südkoreas Luftfahrtindustrie erstmals ein vollwertiges, komplett einheimisches Kampfflugzeug entwickelt – wobei Lockheed Martin aus den USA bei der Entwicklung beratend Pate stand. Im Gegenzug hatte sich Seoul zu einer Bestellung von 40 Lockheed Martin F-35A verpflichtet.
Der erste Prototyp der Boramae startete am 19. Juli 2022 zum Erstflug. Insgesamt durchliefen sechs Prototypen die Flugerprobung, die ohne große Verzögerungen vonstattenging und binnen nur rund vier Jahren in die Übergabe der ersten KF-21 aus der Serienfertigung mündete. Entsprechend stolz ist man in Südkorea auf das Fighter-Eigengewächs.
KF-21 Boramae - Kampfjet aus Südkorea
KF-21 als "wichtigste Waffe" für Südkorea
General Sohn Seok-lak, der Stabschef der südkoreanischen Luftwaffe, hatte bei der Übernahme der ersten Serien-Boramae 25-001 im September konstatiert, das Muster habe in seiner Entwicklung "zahlreiche Herausforderungen und Schwierigkeiten überstanden", könne nun aber offiziell seinen Dienst aufnehmen. "Arbeiten wir zusammen, damit die KF-21 schnell ihren Platz als wichtigste Waffe zum Schutz Koreas einnehmen kann", so der Luftwaffenchef.





