Airbus A350 ohne Fenster gibt es bis jetzt nicht viele. Entsprechend zog die A350 mit der Seriennummer MSN 701 und dem Heck in Airbus-Werkslackierung einige Aufmerksamkeit auf sich, als sie dieser Tage von einem roten Flugzeugschlepper über das Vorfeld des Airbus-Stammflughafens Toulouse gezogen wurde. Die Löcher für die Fenster hatten die Airbus-Mitarbeiter nicht etwa vergessen in den Kohlefaser-Rumpf zu schneiden – vielmehr handelt es sich bei der, bis auf das Heck noch unlackierten, A350 Nummer 701 um den zweiten A350-Frachter, der in Toulouse das Licht der Welt erblickte.
Die zweite A350F wird später mit dem Kennzeichen F-WCGO ins Testprogramm einsteigen, braucht dafür aber zunächst noch ihr großes Ladetor auf der Backbordseite. Dort klafft derzeit noch ein Loch, notdürftig bedeckt durch eine blaue Plane. Auch die beiden Trent XWB-97-Triebwerke fehlen der F-WCGO noch.
Die hat der erste Prototyp des größten Airbus-Frachters aller Zeiten bereits vor geraumer Zeit erhalten, sodass einem Jungfernflug im Herbst wohl nichts im Wege steht. Die brandneu im Paket-Look lackierte A350F MSN 700 (Kennzeichen F-WXLD) soll – nach aktueller Planung – um den 24. September herum erstmals abheben. Das zumindest will die Nachrichtenagentur Reuters aus Insiderkreisen erfahren haben.
Straffes Flugtestprogramm
Gegenüber Investoren hatte Airbus-Verkehrsflugzeugchef Lars Wagner kürzlich noch einen A350F-Erstflug "Ende des Sommers" prophezeit. An den weiteren Plänen zur Flugerprobung dürfte die mutmaßliche Verschiebung des Datums in die ersten Herbsttage allerdings wenig ändern. Airbus-Konzernchef Guillaume Faury sprach noch im Juli ohnehin eher unkonkret von einem Jungfernflug "noch vor Ende des Jahres", an den dann eine "eng getaktete" Flugtestkampagne anschließen werde.
Insgesamt ist der Fahrplan zur Zertifizierung durch die europäische Zivilluftfahrtagentur EASA auf rund 400 Flugstunden angesetzt. Etwa drei Viertel davon soll der Erstling MSN 700 übernehmen, der Rest fällt auf die MSN 701. Letztere wird primär für Funktionstests vorgehalten, während die MSN 700 die relevanten Flugparameter erfliegen soll.
Läuft die Erprobung nach Plan, könnte laut Airbus die EASA-Zulassung für die A350F Ende 2027 vorliegen. Dann könnten zeitnah die ersten Auslieferungen starten.

Der erste A350F-Prototyp MSN 700 wird im Paket-Look fliegen.
111 Tonnen Nutzlast
Aktuell liegen Airbus für die A350F, die auf der A350-1000 basiert und 111 Tonnen Nutzlast bis zu 8700 Kilometer weit befördern kann, 107 Bestellungen vor. Als Launch Customer wird CMA CGM aus Frankreich das erste Flugzeug übernehmen.





