Algerien bekommt zum ersten Mal ein nicht-russisches Kampfflugzeug, wie das Open-Source-Intelligence-Netzwerk "OSINTWarfare" berichtet.
Ab dem kommenden Jahr soll die algerische Luftwaffe (AAF) Lieferungen der chinesischen Mehrzweckkampfjets J-10C erhalten. Auch KJ-500-Frühwarnflugzeuge sollen die Algerier bestellt haben. Bisher hat das Land noch keine AWACS-Plattform und muss sich auf bodengestützte Systeme und einige wenige, kleine Aufklärungsflugzeuge verlassen.
Der Großteil aller algerischen Militärtechnik kommt aus Russland, älteres Gerät aus der Sowjetunion. Primär nutzen die Nordafrikaner Suchoi Su-30MKA, MiG-29M/M2 und Su-24M2. Inzwischen fliegen in Algerien auch weitaus modernere Kampfjets wie die Su-57E und Su-34M. Für beide war die AAF der erste ausländische Kunde.
Seit dem Ende der diplomatischen Beziehungen mit Marokko 2021 rüsten beide Länder militärisch noch schneller auf. Grund für die Rivalität der beiden Länder ist vor allem Algeriens Unterstützung für die Unabhängigkeit der Westsahara, die Marokko seit den 70er Jahren besetzt, nachdem Spanien das Gebiet zwar als Kolonie aufgegeben, es aber nicht rechtlich "entkolonialisiert" hatte.
"Rafale-Killer" für die AAF
Marokko wird unter anderem von den USA unterstützt, während Algerien sich auf Russland und China stützt. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Algeriens, wirklich überraschend ist der Kauf, sollte er sich bestätigen, also nicht. Auch das Kampfflugzeug selbst eignet sich in Bezug auf Fähigkeiten und Kosten für die Bedürfnisse der AAF. Mit einem geschätzten Stückpreis von rund 50 Millionen Euro (ohne Waffen, Training und Ersatzteile) ist der Jet nämlich deutlich günstiger als andere Flugzeuge der 4,5. Generation.
Im Vergleich zur Vorgängerin J-10A kann die C-Variante die Langstreckenrakete PL-15 tragen, ist mit einem modernen AESA-Radar ausgestattet und bringt verbesserte Stealth-Eigenschaften mit.
Seit April 2018 ist die J-10C in China im Einsatz. In Pakistan fliegen die Mehrzweckjets seit 2022. Seitdem konnten sich die chinesischen Jäger mehrfach im Einsatz beweisen. In Pakistan nahmen die J-10C bereits an einer Luftschlacht mit Indien teil – und konnten so 2025 wenigstens einen Abschuss reklamieren.
Das hatte das internationale Interesse an dem Fighter massiv verstärkt und ihm den Spitznamen "Rafale-Killer" eingebracht. Unter anderem signalisierten Indonesien, Bangladesch, Serbien, Ägypten und Venezuela, die J-10 kaufen zu wollen. Einen offiziell bestätigten weiteren Betreiber gibt es allerdings noch nicht.
KJ-500 bisher nur in China
Die Shaanxi KJ-500 wäre Algeriens erstes luftgestütztes Frühwarn- und Einsatzleitsystem. Bisher kommt das Flugzeug nur in China zum Einsatz, aber auch Pakistan will das System gern kaufen.
Schätzungen zufolge hat das chinesische Militär rund 60 KJ-500 in der Flotte, darunter auch einige Maschinen der neueren Version KJ-500A.
In Algerien sind die Kapazitäten noch deutlich begrenzt. Lediglich sechs reine Aufklärungsflugzeuge gibt es bei der AAF, alle vom Typ Beechcraft King Air 350. Einige chinesische Aufklärungsdrohnen haben in den vergangenen Jahren bereits die Fähigkeiten des Landes erweitert.





