Auf dem Fliegerhorst Kaliningrad-Tschkalowsk im russischen Oblast Kaliningrad entstehen derzeit neue Schutzanlagen für Kampfflugzeuge. Das geht aus Satellitenaufnahmen hervor, die der Open-Source-Analyst-Account AviVector im Mai auf der Plattform X veröffentlichte.
Auf dem Stützpunkt sind unter anderem Su-30SM der Marineflieger stationiert. Den Bildern zufolge begannen die Bauarbeiten an vier neuen Flugzeughallen bereits Ende April. Die Konstruktionen weisen eine gewölbte Innenstruktur mit rechteckigen Stirnwänden auf.
Der Fliegerhorst ist seit den erstern Kriegstagen ein wichtiger Standort für Russland. Wenige Tage vor Kriegsbeginn im Februar 2022 wurden mehrere MiG-31K-Abfangjäger nach Tschkalowsk verlegt, die mit der nuklearfähigen Hyperschallrakete Kinschal ausgerüstet werden können. Amateuraufnahmen zeigten damals eine der Maschinen im Landeanflug auf den Fliegerhorst, mit der Rakete deutlich sichtbar unter dem Rumpf.
Schutz vor Drohnen und Aufklärung
Tschkalowsk ist nicht der einzige Militärflugplatz, auf dem solche Bauvorhaben umgesetzt werden. Beispielsweise laufen solche Arbeiten auch in Marinowka. Die neuen Hallen sollen wohl in erster Linie dazu dienen, die dort stationierten Maschinen vor weiteren Drohnenangriffen zu schützen. Die verstärkten Hangars bieten zudem Schutz vor Luftaufklärung.
Marinowka wurde bereits vor einem Jahr bei einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen. Neben weitreichenden Infrastrukturschäden sollen dabei auch vier Su-34 beschädigt worden sein. Bereits 2024 war der Fliegerhorst mit Drohnen angegriffen worden. Auch dort zeigen Satellitenaufnahmen inzwischen Konstruktionen zum Schutz der Flugzeuge.
Marinowka liegt im Oblast Wolgograd, nördlich des Kaukasus und östlich der Ukraine. Die Lage macht die Basis zu einem strategisch wichtigen Standort der russischen Luftwaffe im Ukraine-Krieg. Neben Su-34-Jagdbombern sind dort auch taktische Su-24-Bomber stationiert.
Die Su-34 zählen zu den wichtigsten Modellen in der russischen Luftflotte. Der staatliche Luftfahrtkonzern UAC übergab allein im Jahr 2025 in sieben Chargen neue Su-34 an die russische Luftwaffe. Schätzungen zufolge befinden sich damit derzeit über 200 dieser Jagdbomber im Einsatz. Verluste wie jene beim Drohnenangriff auf Marinowka lassen sich durch diese kontinuierliche Nachproduktion zumindest teilweise kompensieren.





