Der NH90 mit den meisten Flugstunden - NATO-Helikopter im Aufwind

NATO-Hubschrauber im Aufwind
Das ist jetzt der NH90 mit den meisten Flugstunden

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.09.2026
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NH90 aus Neuseeland erreicht 3000 Flugstunden.
Foto: New Zealand Defence Force

Die Royal New Zealand Air Force (RNZAF) feiert ihren NH90 TTH (Tactical Transport Helicopter) mit der Kennung NZ3302. Kein anderer Hubschrauber dieses Typs weltweit hat mehr Flugstunden hinter sich – denn die NZ3302 ist der erste NH90 überhaupt, der in seiner Laufbahn mehr als 3000 Stunden in der Luft war.

Der Transporthubschrauber der Zehn-Tonnen-Klasse knackte den Meilenstein nach Angaben der RNZAF am 26. August während eines Routine-Testflugs von seinem Heimatstützpunkt Ohakea auf der Südinsel Neuseelands, der ihn bis an die Pazifikküste und zurück führte.

Damit untermauert die NZ3302 ihren Ruf als meistgeflogener NH90, knackte sie doch bereits im November 2021 als erstes Exemplar des "NATO-Helicopter 90" die Marke von 2000 Flugstunden und etablierte sich so als weltweiter "Fleet Leader" ihrer Spezies.

Der Rekord-NH90 ist, wie seine sieben Artgenossen in neuseeländischen Diensten, der No.3 Squadron der RNZAF zugeteilt, die mit ihren insgesamt acht NH90 bereits mehr als 20.000 Flugstunden erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Neuseeland hatte die Hubschrauber zwischen 2011 und 2015 erhalten – und scheint mit den acht Exemplaren offenbar zufrieden zu sein. Jedenfalls zitiert die RNZAF den Kommodore ihrer NH90-Staffel, Squadron Leader Lachie Johnston, mit den Worten: "Der NH90 ist ein unglaublicher Hubschrauber und ich denke, er dient Neuseeland hervorragend."

NH90 aus Neuseeland erreicht 3000 Flugstunden.
Royal New Zealand Air Force

Technikteams sind das "Erfolgsgeheimnis"

Der erreichte Flugstunden-Meilenstein für die NZ3302 und die bislang erflogenen Gesamtstunden seien "eine beachtliche Leistung für eine Flotte und ein Team dieser Größe", führt der Kommandant weiter aus.

Zwischen den Zeilen lässt sich allerdings herauslesen, dass auch die Neuseeländer mit einem hohen Wartungsaufwand für die NH90-Flotte konfrontiert sind: "Wir müssen diese Maschinen jederzeit einsatzbereit halten", so Squadron Leader Johnston. Dies wiederum sei vor allem das Verdienst der Wartungsteams, "die oft unter schwierigen Bedingungen lange Arbeitstage leisten, um die Hubschrauber flugfähig zu halten, sowie der Logistik- und Flottenplaner. Sie sind unser Erfolgsgeheimnis."

NH90 aus Neuseeland erreicht 3000 Flugstunden.
Ohakea Photography Unit

Besser als in Australien

Während man in Neuseeland augenscheinlich einen guten Weg gefunden hat, die NH90 zielführend zu nutzen, war man im Nachbarland Australien (wie auch in manchem europäischen Land) mit dem Muster nie zufrieden. Dort flog man die TTH-Variante MRH90 Taipan und investierte einst drei Milliarden US-Dollar in 46 Hubschrauber dieses Typs. Allerdings "glänzten" die Taipans im Einsatz vor allem durch Unzuverlässigkeit, verursachten hohe Wartungs- und Betriebskosten.

Geplante Umrüstungen und Verbesserungen, etwa zur Nutzung der MRH90 für Spezialeinheiten, verzögerten sich mannigfach. Daher zogen die Australier mit Beschluss von 2021 die gesamte MRH90-Flotte aus dem Verkehr und bestellten stattdesen Black Hawks in den USA.

Die leblosen Hüllen der ausgemusterten MRH90, die im Schnitt nur rund elf Einsatzjahre hinter sich hatten, begrub man in Down Under ab 2024 in der Erde.