Miami International, 6. September 2026: 21 Air 7598 aus Puerto Rico meldet sich zur Landung an. Der Tower weist der Frachterbesatzung Landebahn 30 zu. 4:18 Minuten später liegt die Boeing 767-300F rund 400 Meter hinter der Piste, Rauch steigt aus dem Wrack auf. Fünf Menschen sind tot.
Nur drei Tage nach dem schweren Flugunfall geht die US-Ermittlungsbehörde NTSB mit Datenpunkten aus den Flugschreibern an die Öffentlichkeit. Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder dokumentieren mehrere Auffälligkeiten während der Landung.
15 Sekunden vor Ende der Aufzeichnungen fällt im Cockpit der entscheidende Ausruf: Go Around. Das geht aus Transkriptauszügen des Stimmenrekorders hervor, die das NTSB am Mittwoch veröffentlicht hat.
Ob der zweite Pilot den Ausruf bestätigt, bleibt voerst offen. Laut Flugdatenschreiberdaten unterbricht die 767-300F nach dem Ausruf aber den bereits eingeleiteten Bremsvorgang, jemand im Cockpit drückt die Schubhebel nach vorne. "Die angelegten Werte entsprechen Go-Around-Leistung", teilte das NTSB mit.
Nur hatte die 767-300F zu diesem Zeitpunkt schon seit vier Sekunden mit allen Fahrwerken Bodenkontakt und bereits auf 120 Knoten verzögert. Das erste Aufsetzen von Bug- und rechtem Hauptfahrwerk liegt bereits 15 Sekunden zurück.
Eigentlich darf eine Landung nur bis kurz vor, spätestens aber noch im Moment des Aufsetzens abgebrochen werden.
Landeabbruch abgebrochen
Vier Sekunden später bricht die Crew den späten Durchstartversuch dann auch wieder ab, 117 Knoten ist das Flugzeug immer noch schnell – und der Runway längst zu Ende. Nur noch eine weitere Sekunde hat die 767-300F Asphalt unter den Fahrwerken. Der Voice Recorder zeichnet "Geräusche auf, die bei Verlassen befestigten Untergrunds entstehen", vermerkt das NTSB-Sekundenprotokoll.
Im Hin und Her hat die Boeing 767-300F mehr als 200 Meter Runway verschenkt, baute auf dieser Strecke kaum Geschwindigkeit ab. Die Maschine überschießt das Pistenende letztlich innerhalb von zehn Sekunden um knapp 400 Meter und rammt zwei Fahrzeuge um. Fünf Menschen sterben, fünf werden verletzt.

Das NTSB wertet derzeit die Protokolle der Flugschreiber aus. Die Ursache für den Unfall mit fünf Toten scheint aber bereits klar zu sein.
Instabiler Anflug
Vorläufige Erkenntnisse der Ermittler deuten auf einen bereits instabilen Endanflug hin. Der Stimmenrekorder zeichnete im Abstand von sieben Sekunden zwei akustische Warnungen zur Sinkrate auf. In den letzten 17 Sekunden vor dem Aufsetzen hallte zudem fünfmal die Warnung "too low terrain" durch das Cockpit.
Über die Umstände war sich die Crew augenscheinlich nicht einig. Laut NTSB wies ein Pilot 1:11 Minuten vor dem Aufsetzen Flaps 20 an. Der andere Pilot merkte im weiteren Verlauf wiederholt an, "dass das Flugzeug zu schnell ist". Eine "konsistente verbale Reaktion" auf diese Hinweise zur Geschwindigkeit habe es nicht gegeben.





