"Super Flanker"-Zusammenstoß: Kann Russland seine Su-35-Verluste noch ausgleichen?

„Super Flanker“-Zusammenstoß
Kann Russland die Su-35-Verluste noch ausgleichen?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.09.2026
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Für Russland ist die Su-35S neben MiG-31, Su-34 und Su-30SM das zentrale Muster im Krieg mit der Ukraine. Verluste des Flugzeugs schmerzen die russische Luftwaffe also besonders – vor allem, wenn sie vollständig selbst verschuldet sind.

Am Abend des 7. September kollidierten zwei russische Su-35S über der Region Kursk in der Luft.

Einige pro-russische Kanäle berichteten über den Vorfall, unter anderem der Kanal "Fighterbomber" und der Militärberichterstatter Yuri Kotenok. Die Posts sind inzwischen größtenteils gelöscht.

Nach Informationen der Blogger soll ein Pilot ums Leben gekommen sein. Auch eine Lokalzeitung aus Kursk berichtete unabhängig über den Absturz der Flugzeuge und darüber, dass einer der Piloten in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

Zunächst gab es Spekulationen, dass die Kollision im Zusammenhang mit einem Ausweichmanöver stand.

Beobachter berichteten später darüber, eine der Maschinen hätte der anderen Feuerschutz gewährt. Bei einem Manöver hätten sie den Kontakt verloren und seien anschließend kollidiert. Untersuchungen zum Unfall seien eingeleitet.

Eine interne Untersuchung wird es wohl geben. Dass sich das russische Militär öffentlich zu dem Vorfall äußert, ist allerdings unwahrscheinlich.

Absturz in Frontnähe

Die Oblast Kursk grenzt an die Ukraine und war in Teilen sogar zeitweise von ukrainischen Truppen besetzt worden. Da die beiden Su-35S nahe der Front abstürzten und mit großer Wahrscheinlichkeit an einem Kampfeinsatz beteiligt waren, gelten andere Kommunikationsregeln als bei Trainingsunfällen.

Seit Kriegsbeginn veröffentlichen weder Flugzeughersteller noch die russische Luftwaffe genaue Stückzahlen bei Lieferungen. Das soll die tatsächliche Flottenstärke verschleiern. Das Gleiche gilt bei Abstürzen – denn die Berichterstattung bei Verlusten im Krieg könnte die Moral senken und Unmut im Land schüren.

Deckt der Nachschub die Verluste?

Open Source Intelligence Tracker, wie etwa Oryx Blog, gehen davon aus, dass seit Beginn des Krieges 2022 wenigstens acht Su-35S zerstört wurden.

Im vergangenen Jahr soll eine Su-35S in der Region Luhansk von einer ukrainischen F-16 abgeschossen worden sein, wie die Ukraine selbst bekannt gab. Hinzu kommen die beiden Jets, die am Montag zerstört wurden.

Aufgrund von Bild- und Videomaterial, das der russische Flugzeugbauer OAK veröffentlicht, lässt sich schätzen, dass bei Neuauslieferungen meistens zwei Jets gleichzeitig übergeben werden.

Seit 2022 wurden Schätzungen zufolge 24 bis 30 Su-35S an die russischen Streitkräfte geliefert. Russische Analysten gehen oft von größeren Stückzahlen aus, die sich allerdings nicht verifizieren lassen. In diesem Jahr wurden offiziell drei Chargen übergeben – die letzte erst im August und mit mutmaßlich zwei Flugzeugen.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass weniger als 24 Flugzeuge ausgehändigt worden sind, sind es immer noch deutlich mehr als die verlorenen elf Su-35S.

Boris Artjakow, Chef des russischen Rüstungskonzerns Rostec, erklärte zu Beginn des Jahres, man habe vor, den Fighter-Output für Su-30, Su-34 und Su-35 zu verdoppeln. Konkrete Produktionszahlen nannte er nicht.

Da Russland für die Fighter allerdings auch einige Exportaufträge an den Iran, Äthiopien und Algerien zu erfüllen hat, ist klar, dass nicht alle Jets an die russische Luftwaffe gehen. Eine Produktionserhöhung wird demnach eher den ausländischen Kunden zugutekommen.

Insgesamt nutzt Russland zwischen 160 und 180 Su-35S, wobei 160 Super-Flanker die wohl realistischere Schätzung ist.