Russland pusht Su-35-Produktion für Iran - rüstet Russland den Iran wieder auf?

Russland pusht Su-35-Produktion für Iran
Rüstet Russland den Iran wieder auf?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.07.2026
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Russland kurbelt offenbar die Fertigung von Su-35-Mehrzweckkampfjets für den Iran an. Nach Angaben des Portals Defence Security Asia, das sich auf Quellen aus dem Umfeld der iranischen Luftwaffe (IRIAF) beruft, sollen bis Anfang 2027 rund 30 "Super Flanker" fertiggestellt sein. Rund 50 Su-35SE hat der Iran bei Russland wohl bestellt.

Experten gehen davon aus, dass im April insgesamt 17 der Mehrzweckkampfjets fertig waren. Inzwischen sollen es 20 sein. Damit stünden noch zehn Exemplare aus, um die Zielvorgabe zu erreichen. Im Flugzeugwerk Komsomolsk am Amur scheint also produziert zu werden – und das mit erhöhter Frequenz.

In der Fabrik in Komsomolsk, in der auch die neuen Su-57 für die russischen Streitkräfte produziert werden, hatte es erst im April einen Brand gegeben. Die Vermutung lag nahe, dass deswegen weniger Flugzeuge aus den Produktionshallen rollen würden – allerdings wohl unbegründet. Auch die russische Luftwaffe hat in diesem Jahr wenigstens zwei Chargen der Super Flanker abgenommen. Historisch gingen pro Jahr nur wenige Maschinen vom Band, seit dem Einmarsch in die Ukraine ist die Zahl immer weiter gestiegen. Bis dato sind es etwa 20 Su-35S pro Jahr.

Auch Jak-130 im Paket

Ergänzt wird das Paket für den Iran Berichten zufolge um Jak-130-Schulflugzeuge, Luft-Luft-Lenkwaffen, Flugsimulatoren sowie Ausbildungs- und Wartungsunterstützung. Die Jak-130 sollen den iranischen Piloten den Umstieg auf das leistungsstärkere Kampfflugzeug erleichtern, denn bisher mussten sie sich auf sehr alte Flugzeuge verlassen.

Basis in Hamadan nicht nutzbar

Die fertiggestellten Jets sollen laut Informationen von Defence Security Asia weiterhin auf russischem Boden verbleiben, denn der vorgesehene Heimatstützpunkt in Hamadan (Shahid-Nojeh-Basis) ist infolge früherer Angriffe beschädigt. Landebahnen, Rollwege, Wartungsbereiche und Logistikeinrichtungen müssen erst wiederhergestellt werden, bevor ein regulärer Flugbetrieb möglich wird.

Satellitenaufnahmen aus dem Zeitraum Ende 2025 bis Anfang 2026 sollen zudem belegen, dass in Hamadan bereits vor den Angriffen befestigte Flugzeugunterstände mit Abmessungen von etwa 25 mal 30 Metern entstanden waren. Bisher befindet sich in Hamadan auch der Rest der iranischen F-4-Flotte. Wie viele der Phantoms tatsächlich flugbereit sind oder überhaupt noch existieren, ist unklar.

Nach der Zerstörung des Fliegerhorsts arbeiten iranische Technikerteams verschiedenen Berichten zufolge im Dauereinsatz an der Wiederherstellung der Basis, da sich Verzögerungen unmittelbar auf Ausbildungspläne und die Einsatzbereitschaft der künftigen Flotte auswirken.

Den Fliegerhorst Hamadan hat das russische Militär auch selbst schon genutzt. Während des syrischen Bürgerkriegs waren einige Su-34 auf der Basis stationiert. Auch Tu-22M3-Bomber sollen in Hamadan zwischengelandet sein, um betankt zu werden.

Luftwaffen-Upgrade

Die Su-35S gilt als einer der modernsten Kampfjets im russischen Inventar. Das Irbis-E-Radar des einsitzigen Flugzeugs soll Ziele in bis zu 400 Kilometern Entfernung erfassen. Die Maschinen für den Iran firmieren als Exportvariante Su-35SE.

Da die iranische Luftwaffe bislang überwiegend aus veralteten amerikanischen und sowjetischen Baumustern besteht, würde die Su-35 einen erheblichen technologischen Sprung bedeuten. Sie kommt mit leistungsfähigeren Radarsystemen, Systemen zur elektronischen Kriegsführung und besserer Bewaffnung.

Nachdem im Krieg mit den USA und Israel große Teile der iranischen Luftverteidigung und auch der Luftflotte zerstört wurden, muss der Iran eine noch größere Lücke schließen, um die Verteidigungsfähigkeiten des Landes aufrechtzuerhalten.

Bessere Raketen aus Russland

Russland liefert aber nicht nur Kampfflugzeuge an den Iran. Vor wenigen Wochen wurde von mehreren Medien über geleakte russische Vertragsunterlagen berichtet, die detaillierte Angaben zur geplanten Bewaffnung der künftigen iranischen Su-35SE-Flotte enthalten.

Den durchgesickerten Unterlagen zufolge plant Teheran den Erwerb mehrerer unterschiedlicher Lenkwaffentypen. Unter anderem R-77-Luft-Luft-Raketen für den Kampf auf große Distanz, R-73-Kurzstreckenraketen für den Nahbereichsluftkampf, Ch-38-Präzisionslenkwaffen für Angriffe am Boden sowie Ch-31-Anti-Radar-Flugkörper.

Damit hätte der Iran die Möglichkeit, aktiv gegnerische Flugabwehr zu bekämpfen. In den Dokumenten soll der Iran unter dem Decknamen "K10" geführt werden. Bis 2027 sollen die Waffen geliefert werden.

Sollte der Vertrag tatsächlich echt sein, wäre es für den Iran eine der größten Beschaffungen seiner Geschichte, aber vor allem ein riesiger Sprung ins 21. Jahrhundert, nachdem sowohl zivile als auch militärische Flugzeuge über Jahrzehnte hinweg kaum modernisiert oder gewartet werden konnten.