Betrugsvorwürfe gegen Drohnenhersteller: Russland lässt Manager verhaften

Betrugsvorwürfe gegen Drohnenhersteller
Russland lässt Drohnenmanager verhaften

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.08.2026
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Drone Solutions, BAS, Drohne, UAV, Russland
Foto: Drone Solutions

Seit Anfang des Monats leitet Generaloberst Denis Ljamin die russischen Drohnentruppen. Und mit dem Führungswechsel scheint sich auch in der russischen Drohnenindustrie der Ton zu ändern. Innerhalb weniger Monate sind mehrere Manager aus der Branche unter Betrugsverdacht festgenommen worden.

Das Kusminski-Bezirksgerichts in Moskau schickte den amtierenden Generaldirektor von "Drone Solutions", Wjatscheslaw Barbassow, sowie dessen Amtsvorgänger Irakli Chasalija in Untersuchungshaft.

Vorgeworden wird Beiden Betrug in besonders schwerem Ausmaß. Wie die russische Tageszeitung "Kommersant" unter Berufung auf die Gerichtsdatenbank meldete, ist bislang nichts über die konkreten Hintergründe des Verfahrens bekannt.

"Drone Solutions" wurde 2018 in Moskau gegründet und firmiert offiziell im Bereich Forschung und Entwicklung der Natur- und Technikwissenschaften. Auf der eigenen Website wirbt die Firma damit, unbemannte Fluggeräte samt zugehöriger Steuerungssoftware sowie Bildverarbeitungssysteme auf Basis neuronaler Netze zu entwickeln.

Die Drohnen sollen auch unter widrigen Wetterbedingungen zuverlässig funktionieren, was sie laut Unternehmensangaben besonders für die Überwachung von Öl- und Gaspipelines, die Branderkennung und den Objektschutz geeignet mache.

"Beschämender Zustand" der Drohnenindustrie

Zwei Wochen vor den Festnahmen hatte der Gouverneur der Region Sachalin noch stolz vermeldet, dass eine "Aist"-Drohne von "Drone Solutions" dort erstmals erfolgreich Medikamente auslieferete, organisiert vom Partnerunternehmen "Aurora BAS".

Dessen Chef Dmitri Tretjakow reagierte auf die Festnahmen mit offener Kritik. Die "Aist" habe es nie in dauerhafte Logistikverträge geschafft, und die gesamte Branche kranke an eklatanter Unprofessionalität und Täuschung.

Schon im Februar hatte er den Zustand der russischen Drohnenindustrie insgesamt als beschämend bezeichnet. Getestet wurden die Drohnen auf Sachalin bereits vor über einem Jahr.

Mehr Festnahmen bei Drohnenherstellern

Nicht nur bei "Drone Solutions" gab es in diesem Jahr Festnahmen. Anfang Mai wurde der Chef des Krasnodarer Unternehmens "Belaja Strela", Roman Ljubimenko, in Abwesenheit verhaftet. Er stehe im Verdacht, mangelhafte Drohnen für den Kriegseinsatz geliefert zu haben. Der Schaden soll sich auf 90 Millionen Rubel (rund 950.000 Euro) belaufen.

Wenige Tage später wurde bekannt, dass auch Juri Kosarenko, Ex-Chef des Herstellers "Transport der Zukunft", in Haft sitzt. Sein Unternehmen produziert unter anderem die schwere Transportdrohne C-80, die von russischen Truppen zur Frontversorgung genutzt wird. Auch ihm wirft man schweren Betrug vor.

Strafverfahren gegen die Rüstungs- und Drohnenbranche gab es allerdings schon vor dieser aktuellen Serie. Bereits 2022 ermittelten Behörden gegen die Leitung von "Tetis Pro", das im Auftrag des Verteidigungsministeriums an einem autonomen Wasserfahrzeug arbeitete. Die Auftragssumme soll um 20,6 Millionen Rubel (rund 200.000 Euro) überhöht worden sein.