Das erste Mal seit dem Fall des Assad-Regimes: Su-22M3/M4 fliegen wieder über Syrien

Das erste Mal seit dem Fall des Assad-Regimes
Su-22M3/M4 fliegen wieder über Syrien

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.08.2026
Als Favorit speichern
Su-22M4, Syrien, Suchoi Su-22M
Foto: Syrische Streitkräfte (baathistisches Syrien)

Mehr als anderthalb Jahre nach dem Sturz von Bashar al-Assad fliegt die syrische Luftwaffe wieder einsatzfähige Kampfjets. Über dem Norden des Landes flogen am Montagmorgen Su-22M3/M4. Videoaufnahmen aus den sozialen Medien zeigen die Jets beim Flug über syrisches Territorium.

Bislang hatten sich Flüge der neuen syrischen Streitkräfte auf unbewaffnete L-39-Trainingsmaschinen beschränkt. Mit den Jagdbombern kommen nun erstmals wieder bewaffnete Flugzeuge zum Einsatz.

2024 hatte die israelische Armee erklärt, die syrische Luftwaffe im Zuge des Regimewechsels vollständig zerstört zu haben. Das scheint allerdings nicht zu stimmen, denn immerhin befanden sich die beiden Bomber in so gutem Zustand, dass sie wieder hergerichtet werden konnten.

Internationale Unterstützung für Damaskus

Unter der Führung von Staatschef Ahmed al-Scharaa erhält Syrien beim Aufbau seiner Streitkräfte Unterstützung aus mehreren Ländern, darunter die Türkei, Saudi-Arabien, Russland und Frankreich.

Mit Ankara gibt es ein bilaterales Verteidigungsabkommen, das beide Länder vor etwa einem Jahr schlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung durchlaufen bereits 21 syrische Kadetten eine Pilotenausbildung an türkischen Militärakademien.

Mit einer einsatzfähigen Luftwaffe hätte Syrien die Möglichkeit, über den eigenen Luftraum besser zu verfügen. Denkbar wäre derzeit auch die Stationierung türkischer Luftabwehrsysteme im Land.

Beliebte Variante in der Region

Der Irak war der größte ausländische Nutzer der Su-20/22 im vergangenen Jahrhundert. Ägypten, Syrien und Jemen nutzen die Maschinen auch. Syrien bestellte Ende der 70er Jahre 40 Su-22. In den frühen 80er Jahren kamen nochmal über 40 Exemplare der neueren Su-22M4 dazu.

Bei der Su-22M3 handelt es sich um eine Exportversion der sowjetischen Su-17. Konstruktiv beruht die Maschine auf dem Rumpf der Su-17M3.

Bis 2010 waren nur noch wenige einsatzbereite Su-22 übrig, immerhin 24 M4 und zwölf M3. Mithilfe von Belarus, Russland und dem Iran wurden einige Maschinen gewartet und bis zum Regimesturz einsatzbereit gehalten.

Syrien nutzte die Suchois unter anderem im Libanonfeldzug 1982. Auch im syrischen Bürgerkrieg flog die Luftwaffe zahlreiche Angriffe mit den Su-22 gegen oppositionelle Kräfte. Mehrere Maschinen wurden durch tragbare Flugabwehrsysteme (MANPADS) zerstört, weitere wurden durch Patriot-Raketen getroffen, eine wurde 2017 von einer US-amerikanischen F/A-18E Super Hornet abgeschossen.