Russlands "Frontbomber" erstmals im Ausland: Su-34ME in Algerien

„Frontbomber“ erstmals im Ausland
Russland liefert Su-34ME an Algerien

ArtikeldatumVeröffentlicht am 15.06.2026
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Foto: OSINTWarfare (X)

Neue Fotos, die seit einigen Tagen in den sozialen Medien kursieren, deuten darauf hin, dass Russland die erste Lieferung Suchoi Su-34ME an Algerien abgeschlossen hat.

Die Bilder zeigen die Maschinen mit algerischen Hoheitsabzeichen offenbar auf dem Flughafen Laghouat (Moulay Ahmed Medeghri), wie mehrere Militärbeobachter aufgrund von Satellitenaufnahmen der Flughafeninfrastruktur vermuten.

Das macht Algerien zum ersten ausländischen Betreiber des russischen "Frontbombers" Su-34. Die Nordafrikaner gelten auch als erster ausländischer Abnehmer des Tarnkappenjägers Su-57E.

Modifiziert für Algerien

Die Su-34ME ist die Exportvariante der Su-34, die von der NATO unter dem Codenamen "Fullback" geführt wird.

Ursprünglich als Nachfolgerin der Su-24 entwickelt, ist sie ein sowjetisch-russischer Mehrzweck-Überschall-Jagdbomber, ausgelegt für Präzisionsangriffe und soll auch bei starker feindlicher Luftabwehr einsetzbar sein.

Charakteristisch ist ihre ungewöhnliche Sitzanordnung. Pilot und Waffensystemoffizier sitzen nebeneinander, was bei langen Missionen die Ermüdung reduzieren soll. Mit einem Kampfradius von mehr als 1000 Kilometern ohne Luftbetankung und einer Zuladung von bis zu zwölf Tonnen Bewaffnung auf zwölf Waffenstationen zählt sie zu den schlagkräftigsten Plattformen ihrer Klasse.

Gegenüber dem russischen Standardmodell wurde die Su-34ME noch einmal angepasst. Russischen Medienberichten zufolge wurde ein zusätzliches bordgestütztes Selbstschutzsystem installiert, das den Eigenschutz im Gefecht erhöhen soll.

Jagdbomber doch in Blau

Außerdem sollten die algerischen Exemplare eigentlich in Wüstentarn kommen. Im Sommer 2025 sorgte eine fabrikneue Su-34ME für Aufsehen, als sie in einem auffälligen orange-sandbraunen Wüstentarnkleid über Schukowski gesichtet wurde.

Das Tschkalow-Flugzeugwerk in Nowosibirsk lackiert seine Maschinen für die russische Luftwaffe üblicherweise in Blau- und Dunkelgrautönen. Das Wüstenkleid deutete darauf hin, dass hier ein Exportexemplar vom Band lief.

Algerien betreibt bereits die älteren Su-24-Schwenkflügler in einer ähnlichen Wüstenlackierung. Auf den neuen Aufnahmen ist der "Frontbomber" nun aber doch in Blau zu sehen.

Algerien ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten Abnehmer russischer Militärtechnik. Der Export hochentwickelter Kampfflugzeuge trotz westlicher Sanktionen und kriegsbedingter Belastungen der heimischen Rüstungsindustrie soll anderen Ländern demonstrieren, dass russische Technologie weiterhin wettbewerbsfähig und verfügbar ist.