KAI KF-21: Export nach Indonesien wackelt trotz Serienstart

KAI KF-21 - Südkoreas Meisterstück
Export nach Indonesien wackelt trotz Serienstart

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.07.2026
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Für die KF-21 Boramae läuft es gut – der erste Serienjet aus dem Hause Korea Aerospace Industries (KAI) ist vom Band gerollt und auch für Fronteinsätze ist das Überschall-Kampfflugzeug offiziell bereit.

In gut zwei Monaten sollen die ersten Exemplare an die südkoreanische Luftwaffe gehen. In Sachen Export sieht es dafür gerade weniger gut aus – denn Entwicklungspartner Indonesien schraubt die Kaufambitionen immer weiter zurück. Ansonsten erwägen nur die Philippinen derzeit ernsthaft den Kauf, auch wenn Interesse aus anderen Ländern angemeldet wurde.

Die aktuelle Version ist noch kein "echter" Stealthjet und nutzt eine Halb-Stealth-Bauweise mit einer auf reduzierte Radarsignatur abzielenden Zelle. Eine vollständige Stealth-Variante mit internen Waffenschächten ist für eine spätere Block-III-Version geplant, die in den 2030ern an den Start gehen soll.

Beteiligung immer weiter geschrumpft

Jakarta war ursprünglich als gleichberechtigter Partner in das Projekt eingestiegen und sollte etwa 20 Prozent der Entwicklungskosten tragen. Dementsprechend waren bis zu 48 KF-21 für Indonesien und deren Fertigung im Land selbst vorgesehen.

Im Endeffekt trug Indonesien nur einen kleinen Teil der Entwicklungskosten, und statt 48 Maschinen will der südostasiatische Staat nur noch 16 Jets bestellen.

Dafür wird kräftig bei anderen Herstellern eingekauft. Vor einem Monat berichteten chinesische Medien darüber, dass Indonesien vorhabe, die J-10C-Bestellung zu verdoppeln und 24 Kampfflugzeuge aus China zu kaufen.

Zusätzlich sollen zwölf Mehrzweckjets und Jettrainer, M-346 F, des italienischen Herstellers Leonardo hinzukommen, wie vergangene Woche bekanntgegeben wurde.

Allgemein setzt Indonesien auf eine Reihe verschiedener Hersteller. Auch bei Dassault wurden 42 Rafale bestellt. Gerüchte über die Beschaffung des Kaan aus der Türkei machen derzeit die Runde.

Export auf der Kippe

Ursprünglich hatte man in Südkorea mit einem Exportabschluss noch in der ersten Jahreshälfte gerechnet – passiert ist bislang nichts. Weder Indonesien noch ein anderes Land haben zugeschlagen.

Indonesiens Verteidigungsministerium hatte den Zugang zu zentraler Software sowie zur Multifunktions-Phased-Array-Radartechnologie gefordert, während die südkoreanische Regierung genau bei diesen Kerntechnologien eine klare Grenze gezogen hat. Seitdem bestehen in Indonesien Ressentiments, die nicht zum Kauf motivieren.

Hinzu kommt, dass die KF-21 nun nicht mehr in Indonesien produziert werden soll, wie ein Sprecher von Jakartas Verteidigungsministerium Ende Juni verkündete.

Das ist in erster Linie eine Frage des Geldes, denn gerade bahnt sich an, dass Indonesien die Rafale-Bestellung auf 66 Kampfflugzeuge erhöht.

Dass Jakarta keine KF-21 mehr kauft, ist allerdings unwahrscheinlich. Immerhin hat das Land im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit schon Geld investiert, das in dem Fall verloren wäre. Eine finale Order muss trotzdem noch erteilt werden.

Würde der Entwicklungspartner nicht kaufen, wäre das für weitere potenzielle Kunden ein schlechtes Signal. Die südkoreanische Exportstrategie, die maßgeblich auf gemeinsame Entwicklungsprojekte als Türöffner für spätere Verkäufe setzt, würde damit ins Wanken geraten.