Indonesien bestellt zwölf M-346 F: Leonardos leichter Kampfjet

Leonardos leichter Kampfjet
Indonesien bestellt zwölf M-346 F

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.07.2026
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Indonesien bekommt zwölf Maschinen des Typs M-346 F in der neuen "Block 20"-Konfiguration von Leonardo. Dazu haben das Verteidigungsministerium und der Hersteller auf der Farnborough Airshow einen Beschaffungsvertrag abgeschlossen.

Wartung, Instandsetzung, Überholung und Ausbildung von Personal sollen in Indonesien selbst stattfinden. Die ersten Auslieferungen sind für das Jahr 2030 vorgesehen.

Dass Indonesien an dem leichten Kampfflugzeug interessiert ist, ist schon länger bekannt. Anfang des Jahres gab es eine Absichtserklärung zum Kauf.

Vom Trainingsflugzeug zum Mehrzweck-Kampfjet

Die M-346 F ist eigentlich als fortschrittliches Schulflugzeug bekannt. In dieser Ausbaustufe ist sie jedoch eine echte Mehrzweckplattform.

Die für Indonesien vorgesehene "Block 20"-Version verfügt über ein Cockpit mit großformatigem Bilddisplay sowie ein aktives elektronisch gescanntes Radar (AESA).

Dazu kommen eine Link-16-Datenverbindung, elektronische Gegenmaßnahmen sowie neue Waffensysteme.

Damit ist die Maschine sowohl für die Pilotenausbildung als auch für leichte Kampfeinsätze in der Luft-Luft- und Luft-Boden-Rolle ausgelegt – inklusive Luftbetankungsfähigkeit.

Ergänzt wird das fliegende System durch ein bodengestütztes Trainingssystem (GBTS), das reale Flüge mit simulierten Szenarien nach dem sogenannten Live-Virtual-Constructive-Prinzip verknüpft.

Erster asiatischer Block-20-Kunde

Indonesien ist der erste asiatische Kunde des Jets in der "Block 20"-Ausführung. Diese hat sonst nur die private Flugschule ITPS aus Kanada bestellt. Die kanadische Luftwaffe trainiert dort übrigens nicht, weswegen das Militär selbst über die Beschaffung des Trainers nachdenkt.

Über 170 M-346 wurden bislang weltweit bestellt. Das System kommt unter anderem an der italienischen International Flight Training School zum Einsatz und wurde von der italienischen Luftwaffe auch als künftiges Flugzeug für die Kunstflugstaffel "Frecce Tricolori" ausgewählt. Auch in Österreich sollen ab dem kommenden Jahr Piloten auf der M-346 FA (Fighter Attack) lernen.

Mexiko als nächster Kunde?

Ein Kunde aus Südamerika könnte für Leonardo noch hinzukommen, denn Mexiko braucht dringend Ersatz für die veraltete F-5E/F-Flotte. Das Land berät derzeit über die Beschaffung der M-346 FA, die auch Österreich bestellt hat. Mit im Rennen sind auch F-16, Gripen E/F und FA-50.

Die F-5 fliegen in Mexiko nur deshalb noch, weil die USA frühere Kampfjetkäufe verhindert haben. Dass politischer Druck auf das Land ausgeübt wird, ist also auch dieses Mal nicht ausgeschlossen. Eine Entscheidung für eines der Modelle wird Ende des laufenden Jahres erwartet. Dass die bestellten Flugzeuge dann wie geplant 2028 einsatzbereit sind, ist allerdings nicht zu erwarten.

Da die F-5 inzwischen über 50 Jahre im Dienst der mexikanischen Luftwaffe stehen, wird es höchste Zeit schnell Ersatz auf den Weg zu bringen.

Alle Länder, alle Kampfflugzeuge

Indonesien kauft für die eigene Flotte aus vielen Ländern ein. Das soll strategische Unabhängigkeit sichern und eine neutrale geopolitische Haltung möglich machen. Indonesien fliegt dann also bald Dassault Rafale aus Frankreich, TAI KAAN aus der Türkei und Chengdu J-10C aus China, sowie voraussichtlich KF-21 Boramae aus Südkorea parallel neben der M-346 aus Italien.