Mexiko sucht Ersatz für veraltete F-5: F-16, Gripen, FA-50 oder M-346FA

F-16, Gripen, FA-50 oder M-346FA
Mexiko sucht Ersatz für veraltete F-5

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.05.2026
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Die Northrop F-5E/F Tiger II gehört zum Bestand der mexikanischen Luftwaffe.
Foto: Fuerza Aérea Mexicana (FAM)

Seit 1982 fliegt die mexikanische Luftwaffe die F-5E/F Tiger II von Northrop. Nach über 40 Jahren Dienstzeit will Mexiko die betagten strahlgetriebenen Abfangjäger nun mit zwölf neuen Kampfflugzeugen ersetzen. Der Kommandeur der Fuerza Aérea Mexicana (FAM) kündigte gegenüber dem Portal Janes auf der Tulum Air Show im April an, dass ein entsprechendes Programm aufgesetzt worden sei.

Kleine Kampfflugzeug-Flotte

Über 400 Militärflugzeuge betreibt Mexiko insgesamt. Der Großteil davon sind Transportmaschinen und Hubschrauber. Die Kampfjets der FAM sind in der Nähe von Mexiko City bei der Escuadón Aéreo 401 in Santa Lucía stationiert. Viele Jets umfasst die mexikanische Flotte allerdings nicht.

Insgesamt zwölf Flugzeuge beschaffte die Luftwaffe über das "Foreign Military Sales"-Programm der USA in den 80er Jahren, darunter zwei zweisitzige Trainingsversionen.

1983 ging eine F-5E bei einem Unfall während einer Zielübung im Bundesstaat Chihuahua verloren. Im September 1995 kollidierte bei einer Militärparade eine F-5E in der Luft mit drei Lockheed T-33. Alle Flugzeuge wurden zerstört.

Aufgrund hoher Betriebskosten, fehlender Ersatzteile und des hohen Alters der Flugzeuge stellte die mexikanische Luftwaffe Ende 2017 bis auf drei alle F-5 außer Dienst.

Anfang 2019 erhielt die mexikanische Luftwaffe reparierte Triebwerke für ihre F-5-Kampfjets, um einige Maschinen wieder einsatzbereit zu machen. Anfang 2023 begannen die Restaurierungsarbeiten an den F-5-Flugzeugzellen. Acht Maschinen gelten laut Analysten als einsatzbereit.

Welcher Jet soll es werden?

Entschieden ist die Nachfolge noch nicht. Medien berichten, dass die F-16 Block 70 von Lockheed Martin, die schwedische Gripen E/F von Saab, die südkoreanische FA-50 von Korea Aerospace Industries (KAI) sowie die M-346FA von Leonardo zur Auswahl stehen.

2028, also in zwei Jahren, sollen die neu beschafften Jets dann bereits in Dienst gestellt werden. Kartell- und Drogenkriminalität und politische Spaltung erschweren in Mexiko oft politische Prozesse. Eine kostspielige Anschaffung neuer Jets könnte also deutlich länger dauern als angesetzt.

USA verhinderten frühere Käufe

Aber auch politischer Druck aus dem Ausland war bisher in der Beschaffungspolitik eine Hürde. Durch gezielte Einflussnahme hatten die USA in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach verhindert, dass Mexiko moderne Kampfjets erhält.

Vor dem Kauf der F-5 in den 80ern hatte Mexiko Interesse an israelischen Kfir-Jets gezeigt. Die USA blockierten den Deal, da das Flugzeug mit US-amerikanischen Triebwerken ausgestattet war und daher einer US-Exportgenehmigung bedurfte. Stattdessen bekam Mexiko dann die Möglichkeit die F-5 zu kaufen.

In den 2000er Jahren sollen die USA Mexiko politisch unter Druck gesetzt haben, um den Kauf russischer Suchoi Su-27 zu verhindern. Die mexikanische Marine hatte sich in fortgeschrittenen Verhandlungen um acht Su-27-Einsitzer und zwei Trainingsflugzeuge befunden.

Peruanische Beschaffung ähnlich schwierig

Einflussnahme aus den USA und politische Instabilität könnten auch bei der nun geplanten Beschaffung für Schwierigkeiten sorgen.

Peru hatte sich kürzlich aufgrund von Druck aus Washington zum Kauf von F-16 V Fighting Falcon Block 70 entschieden, auch wenn der Übergangspräsident José María Balcázar die Entscheidung über die Beschaffung der nächsten Regierung hatte überlasen wollen.