Kanada will italienischen Trainer: Leonardo M-346

Leonardo M-346
Kanada will italienischen Trainer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.06.2026
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Leonardo M-346 F im Flug
Foto: Leonardo

Die kanadische Regierung hat Gespräche über den Kauf des M-346-Schulungsflugzeugs von Leonardo aufgenommen, wie das Büro des Premierministers Mark Carney mitteilte.

In der Mitteilung heißt es, die Beziehungen zwischen Kanada und Italien im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich vertieften sich zunehmend.

Vor diesem Hintergrund hätten beide Regierungschefs den Start von Verhandlungen über die Anschaffung des fortgeschrittenen Düsentrainers begrüßt, der vom italienischen Luft- und Raumfahrtkonzern Leonardo entwickelt und gebaut wird.

Die kanadische Luftwaffe soll mit der M-346 eine eigenständige nationale Trainingskapazität aufbauen. Zu Stückzahl, Kosten oder einem möglichen Zeitplan wurden bisher keine Angaben gemacht.

Trainer für Gripen und F-35

Sowohl für die F-35 Lightning II, als auch für die Saab Gripen, über deren Beschaffung die kanadische Regierung gerade nachdenkt, eignet sich der Trainingsjet. Sollten die Kanadier also doch Gripen kaufen, wären Kapazitäten für die Ausbildung auf jeden Fall bereitgestellt.

Mehr als zwanzig Staaten setzen die italienischen Trainer zur Pilotenausbildung ein. Die meisten von ihnen – Kanada bislang eingeschlossen – schicken ihre Piloten dafür jedoch an die International Flight Training School (IFTS) in Italien, anstatt eigene Maschinen anzuschaffen.

Das Muster dient unter anderem auch zur Vorbereitung von Piloten auf Maschinen wie den Eurofighter. Nach Angaben des Herstellers wurden weltweit bereits über 160 Exemplare der M-346 verkauft.

ITPS Canada hat die Trainer schon gekauft

Auch wenn die kanadische Luftwaffe bislang keine eigenen Flotte an M-346 betreibt, hat das kanadische Privatunternehmen ITPS Canada den Trainer schon bestellt. Das Unternehmen unterzeichnete vergangenen Monat einen Vertrag über sechs M-346T Block 20, mit Optionen auf sechs weitere Maschinen. Preise wurden nicht genannt.

Die Auslieferung der ersten Exemplare ist für 2029 vorgesehen. Eingesetzt werden sollen die Jets am International Tactical Training Centre des Unternehmens in North Bay, Ontario, wo bereits heute im Auftrag von mehr als zehn Luftstreitkräften weltweit Kampfjetpiloten ausgebildet werden. Zu den internationalen Kunden des Unternehmens zählen unter anderem die Luftstreitkräfte Malaysias und Thailands.

Neben dem taktischen Training bietet ITPS über die titelgebende International Test Pilots School auch die Ausbildung von Testpiloten sowie spezialisierte Lehrgänge wie etwa Weiterbildungen zum Waffenlehrer an.

Die bestehende Flotte umfasst knapp 30 Flugzeuge und Hubschrauber, darunter 16 strahlgetriebene Trainer. Neben der Hawker Hunter T.7 bilden tschechische Aero L-39, die mit moderner Avionik samt Touchscreen-Displays und HOTAS-Bedienung nachgerüstet wurden, das Rückgrat der Flotte.