Ein bislang unbekanntes Lenkflugkörpersystem unter den Tragflächen einer Mitsubishi F-2 deutet darauf hin, dass Japan seine Fähigkeit zum Präzisionsschlag ausbaut. Vieles spricht dafür, dass es sich um die luftgestützte Variante der neuen Typ-25-Seezielrakete oder die ältere Typ 12 handelt.
Aufnahmen japanischer Flugzeugbeobachter zeigen eine zweisitzige F-2B der japanischen Luftwaffe mit zwei großen, bislang nicht offiziell identifizierten Flugkörpern unter den Waffenaufhängungen. Die Maschine mit der Kennung 68-8101 gehört zum Testflugzeuggeschwader ADTW und absolvierte den Flug offenbar im Rahmen eines ersten Erprobungseinsatzes vom Luftwaffenstützpunkt Gifu aus.
Vermutlich Ableger des Typ-25-Programms
Sollte es sich tatsächlich um die Typ 25 handeln, würde diese die bislang von der F-2-Flotte genutzten Antischiffsraketen ASM-2 und ASM-3 in ihrer Größe übertreffen. Die Typ-25-Seezielrakete ist die modernisierte, umbenannte Version der ursprünglichen bodengestützten Typ-12-Antischiffsrakete. Die luftgestützte ASM-2 hat im Vergleich lediglich eine Reichweite von etwa 180 Kilometern; eine offizielle Bezeichnung für eine luftgestützte Version der Typ 25 gibt es bislang nicht.
Während die alte Typ-12-Rakete als reine Küstenverteidigungswaffe konzipiert war, ist die neue Waffenfamilie als Mehrzwecksystem gedacht, das sowohl See- als auch Landziele wie Raketenabschussanlagen aus großer Entfernung bekämpfen kann.
2020 billigte das japanische Kabinett auf Vorschlag des Verteidigungsministeriums die Entwicklung einer verbesserten Typ-12-Version. Berichten japanischer Medien zufolge sollte die Reichweite zunächst von 200 auf 900 Kilometer erhöht werden, mit einem langfristigen Ziel von bis zu 1.500 Kilometern. Eine radarunauffällige Form und hohe Wendigkeit sollen die Rakete zudem schwerer abfangbar machen als ihre Vorgängerin.
Am 31. März 2026 bestätigte das Verteidigungsministerium schließlich offiziell, dass das bodengestützte System unter der neuen Bezeichnung Typ 25 am Stützpunkt Kengun in Dienst gestellt wurde – mit einer angegebenen Reichweite von rund 1.000 Kilometern.
Schiffs- und luftgestützte Varianten sollen offiziellen Angaben zufolge im Haushaltsjahr 2027 folgen und dann auf Zerstörern der Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte sowie auf JASDF-Kampfjets zum Einsatz kommen.





