Hubschrauber sind aufgrund ihrer Vielseitigkeit aus der heutigen Luftfahrt nicht mehr wegzudenken. Auch im militärischen Bereich erfüllen sie eine Vielzahl von Aufgaben und befinden sich bei fast jedem Land in Dienst. Unsere Top-10 listet die zahlreichsten Muster im aktuellen Einsatz auf. Hauptquelle für unser Ranking ist der jährliche "World Air Forces Report" von Flight Global in seiner Ausgabe 2026.

H145
487 aktive Hubschrauber
Den Auftakt unserer Rangliste macht die H145-Familie von Airbus Helicopters. Weltweit sollen 487 Exemplare aktiv sein. Mit Abstand größter Betreiber sind die USA. Dort setzt die Army die Variante UH-72 Lakota ein. Zu den weiteren Nutzern gehören unter anderem Deutschland, Ungarn, Serbien, Luxemburg, Thailand, Ecuador, Honduras und Zypern. Im Juni 2026 kam Belgien hinzu und übernahm seine erste H145M.
Eine Stärke des leichten Zweimots ist seine schnelle Umrüstbarkeit. Innerhalb kurzer Zeit lässt sich die Kabine etwa für den Truppentransport, Such- und Rettungsmissionen oder bewaffnete Einsätze vorbereiten. Dafür stehen je nach Ausführung unter anderem ballistischer Schutz, Selbstschutzsysteme und das modulare HForce-Waffensystem von Airbus zur Verfügung. Angetrieben wird der Hubschrauber von zwei Safran Arriel 2E.

MD500/530
549 aktive Hubschrauber
Platz 9 belegt die MD-500/530-Familie des US-Herstellers MD Helicopters. Weltweit sollen noch 549 Exemplare aktiv sein. Mit rund 250 Hubschraubern ist Südkorea der größte Betreiber. Dort wurde das Muster seit den 1970er Jahren auch in Lizenz gebaut, inzwischen wird die alternde Flotte jedoch schrittweise ausgemustert. Weitere Nutzer sind unter anderem Afghanistan, Italien, Kenia und die Philippinen. Auch Nordkorea soll noch mehr als 80 Exemplare im Einsatz haben.
Die Baureihe geht auf den von Hughes entwickelten leichten Beobachtungshubschrauber OH-6 Cayuse zurück. Später wurde sie zunächst von McDonnell Douglas und schließlich von MD Helicopters weitergeführt. Aus dem Entwurf entstanden zahlreiche Varianten für Aufklärungs-, Verbindungs- und leichte Kampfeinsätze. Je nach Ausführung können die Hubschrauber unter anderem mit Maschinengewehren, ungelenkten Raketen oder Panzerabwehrlenkflugkörpern ausgerüstet werden.

Bell AH-1 Cobra
599 aktive Hubschrauber
Von der Bell AH-1 Cobra wurden mehr als 1100 Exemplare gebaut. Aus dem ursprünglichen Entwurf gingen später zahlreiche Varianten bis hin zur heutigen AH-1Z Viper hervor. Weltweit sollen noch 599 Stück der Baureihe aktiv sein. Die Cobra war der erste eigens für den Kampfeinsatz entwickelte Hubschrauber der USA und kam 1967 erstmals im Vietnamkrieg zum Einsatz.
Größter verbliebener Nutzer ist das US Marine Corps mit rund 186 AH-1Z. Südkorea verfügt über 75 Helikopter, Japan über 69. Weitere Betreiber sind unter anderem Tschechien, Bahrain, Pakistan, Taiwan, Thailand und die Türkei.

Bell 212/412
679 aktive Hubschrauber
Aus der Bell 212 entstand Ende der 1970er Jahre die Bell 412 mit Vierblatt-Hauptrotor. Beide Muster werden bis heute von zahlreichen Streitkräften genutzt, weltweit sollen 679 Exemplare aktiv sein. Zu den größten Betreibern zählen Thailand mit 50, Italien mit insgesamt 47 und Saudi-Arabien mit 36 Maschinen. Auch Österreich, Bahrain, Bangladesch, Argentinien und Kolumbien verfügen über größere Bestände.
Die Hubschrauber übernehmen je nach Ausstattung Transport-, Rettungs- und Unterstützungsaufgaben. Die Bell 412 wurde zudem in Italien, Indonesien und Japan in Lizenz gefertigt.

Mil Mi-24/35
892 aktive Hubschrauber
Seit den 1970er Jahren gehört die Mil Mi-24 zur Standardausrüstung zahlreicher Streitkräfte. Die NATO gab ihr den Codenamen „Hind“, ihre Piloten nannten sie wegen der robusten Bauweise auch den „fliegenden Panzer“. Weltweit sollen noch 892 Mi-24 und Mi-35 aktiv sein. Mit mehr als 300 Exemplaren ist Russland weiterhin der größte Betreiber.
Die Exportversionen Mi-25 und Mi-35 fanden vor allem in Afrika und Asien zahlreiche Abnehmer, insgesamt setzten rund 50 Länder die Baureihe ein. Eine Besonderheit ist die Kombination aus Kampf- und Transporthubschrauber: Hinter dem Cockpit finden bis zu acht Soldaten Platz. Während die Mi-24 in Europa zunehmend verschwindet, wird die modernisierte Mi-35 weiterhin gebaut.

Boeing CH-47 Chinook
938 aktive Hubschrauber
Nach wie vor erfreut sich die Boeing CH-47 Chinook großer Beliebtheit, obwohl der schwere Transporthubschrauber bereits seit September 1961 fliegt. Weltweit sollen 938 Maschinen aktiv sein. Mit 494 Exemplaren sind die USA der mit Abstand größte Nutzer. Weitere Betreiber sind unter anderem Australien, Kanada, Ägypten, Griechenland, Indien, Italien, Japan, die Niederlande, Saudi-Arabien, Singapur, Südkorea, Spanien, Taiwan, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und Großbritannien.
Aktuell produziert Boeing die Version CH-47F. Sie kann Soldaten, Verwundete sowie schwere Innen- und Außenlasten transportieren. Deutschland entschied sich 2022 für 60 Chinook als Nachfolger der CH-53G. Im April 2026 befand sich das erste deutsche Exemplar bereits in der Endmontage bei Boeing in Philadelphia.

Bell UH-1 Iroquois
941 aktive Hubschrauber
Die Bell UH-1 gehört zu den bekanntesten Militärhubschraubern überhaupt. Weltweit sollen noch 941 Exemplare aktiv sein. Zu den Nutzern zählen unter anderem Argentinien, Bolivien, Kolumbien, Griechenland, die Türkei und die USA. Japan betreibt noch rund 120 Maschinen.
Bell entwickelte die UH-1 in den 1950er Jahren als größeren und leistungsfähigeren Nachfolger der H-13. Der Erstflug fand am 20. Oktober 1956 statt. Im Vietnamkrieg wurde die „Huey“ zum Symbol luftbeweglicher Einsätze und in riesigen Stückzahlen gebaut. Später entstanden zahlreiche Varianten für Transport-, Rettungs- und Kampfeinsätze. Mit mehr als 15.000 produzierten Maschinen zählt die Baureihe bis heute zu den erfolgreichsten Hubschrauberfamilien der Welt

AH-64
1266 aktive Hubschrauber
Der AH-64 Apache wurde ursprünglich von Hughes entwickelt und startete am 30. September 1975 zu seinem Erstflug. Seit seiner Einführung entwickelte er sich zum Standardkampfhubschrauber der US Army und steht inzwischen bei 19 Ländern im Dienst. Weltweit sollen 1266 Exemplare aktiv sein. Mit 838 Hubschraubern entfällt der größte Teil davon auf die US Army.
Zu den weiteren Nutzern gehören unter anderem Israel mit 48, Ägypten mit 46, Griechenland mit 26, Indien mit 25 sowie Indonesien und Japan. Auch die Flotte wächst weiter: Polen bestellte 2024 insgesamt 96 AH-64E, während Marokko im Frühjahr 2026 bereits seine zweite Lieferung erhielt und nun über zwölf Maschinen verfügt.

Mil Mi-8/-17/-171
2740 aktive Hubschrauber
Die Mi-8/17-Familie gehört seit mehr als sechs Jahrzehnten zu den wichtigsten Transporthubschraubern der Welt. Weltweit sollen noch 2740 Exemplare aktiv sein. Seit dem Erstflug am 24. Juni 1961 entstanden mehr als 13.000 Maschinen, die in über 80 Länder exportiert wurden. Mit über 700 Stück ist Russland der größte Betreiber.
Der große Laderaum und die robuste Konstruktion machten das Muster früh zum Arbeitstier für Truppen- und Materialtransporte. Daneben entstanden zahlreiche Varianten für Such- und Rettungseinsätze, Verwundetentransporte, elektronische Kampfführung oder die bewaffnete Unterstützung von Bodentruppen. Die weiterentwickelten Mi-17- und Mi-171-Versionen werden bis heute in Russland produziert.

S-70/SH/UH-60
3962 aktive Hubschrauber
Mit Abstand führt die Black-Hawk-Familie von Sikorsky das Ranking an. Weltweit sollen 3962 Hubschrauber aktiv sein. Mehr als zwei Drittel davon entfallen auf die USA: Allein die US Army betreibt 2281 Exemplare, bei der US Navy kommen weitere 458 hinzu. Insgesamt steht das Muster in mehr als 35 Ländern im Militärdienst.
Der Ursprung der Baureihe reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Sikorsky entwickelte die YUH-60 als Nachfolger der Bell UH-1, der Erstflug fand am 17. Oktober 1974 statt. Seit der Indienststellung des ersten Serienhubschraubers im Oktober 1978 entstanden zahlreiche Varianten für Truppentransport, Verwundetenevakuierung, Spezialkräfte sowie die U-Boot- und Schiffsbekämpfung. Mehr als 5000 Exemplare wurden bislang gebaut, und die Produktion läuft weiter.





