Rafale bekommt neues Radar, Triebwerke und Waffen: Erste Aufträge für F5-Mega-Upgrade

Erste Aufträge für F5-Mega-Upgrade
Rafale bekommt neues Radar, Triebwerk und Waffen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.09.2026
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Mit ersten Aufträgen an vier Schlüsselunternehmen der Branche hat die Beschaffungsbehörde DGA nun den Startschuss für den Flotten-Umbau gegeben.

Der große Rahmenvertrag für die komplette F5-Version soll erst zum Jahresende unterschrieben werden. Bis die modernisierten Maschinen tatsächlich fliegen, dürfte es aber noch bis etwa 2033 dauern.

F5 bringt nicht nur Software-Updates

Bisherige Weiterentwicklungen der Rafale betrafen meist die Software oder einzelne Zusatzfunktionen. F5 soll mehr ändern. Betroffen sind praktisch alle Systeme der elektronischen Kriegsführung, Radar, Triebwerk und Kommunikationssysteme.

Dassault verantwortet weiterhin die Gesamtintegration des Flugzeugs, Thales übernimmt Sensorik und Funkwesen, MBDA die Bewaffnung und Safran den Antrieb.

Neues Radar von Thales

Der wohl wichtigste Einzelbaustein ist ein neuer Radar von Thales, intern RBE2-XG genannt. Durch Galliumnitrid-Bauteile lässt sich mehr Sendeleistung aus derselben Baugröße herausholen. Das soll eine größere Reichweite bringen und die Chancen darauf verbessern, dass besonders schwer zu ortende Ziele erfasst werden.

Die zusätzliche Rechenkapazität soll außerdem Auswertungen mithilfe künstlicher Intelligenz ermöglichen, und mehrere Radargeräte verschiedener Maschinen sollen künftig automatisch Daten untereinander abgleichen.

Damit die Rafale auch dort noch sicher funken kann, wo gegnerische Störsender aktiv sind, entwickelt Thales zusätzlich einen neuen Datenlink namens IVDL. Er soll besonders schwer aufzuspüren und störfest sein und die Maschine damit tiefer in umkämpften Luftraum vordringen lassen, ohne den Kontakt zu anderen Flugzeugen zu verlieren.

Ergänzt wird das Ganze durch eine grundlegend überarbeitete, komplett digitale Version des Selbstschutzsystems SPECTRA, an dem Thales gemeinsam mit MBDA arbeitet. Es soll mit der wachsenden Zahl und Vielfalt an Bedrohungen mithalten, die für die Mitte der 2030er-Jahre erwartet werden.

M88 mit mehr Schub

Auf der Antriebsseite soll Safran das bestehende Triebwerk M88 spürbar leistungsfähiger machen. Unter dem Namen M88 T-REX ist ein Schubzuwachs von derzeit etwa 7,5 auf 9 Tonnen geplant.

Grundaufbau und Wartungsphilosophie des Triebwerks sollen dabei erhalten bleiben. Einzelne Module sollen sich aber austauschen lassen, ohne das komplette Aggregat auszubauen. Das würde Standzeiten verkürzen und mehr einsatzbereite Maschinen ermöglichen.

Ab 2035 neue Waffen

Neue Bewaffnung soll die Rafale auch bekommen – bisher steckt diese allerdings noch in den Kinderschuhen. Der Marschflugkörper ASN4G, der ab Mitte der 2030er-Jahre die nukleare Abschreckungsfähigkeit der Rafale sicherstellen soll, befindet sich nämlich noch in einer frühen Entwicklungsphase.

Geplant sind Geschwindigkeiten von über fünffacher Schallgeschwindigkeit und eine Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern. Auch ein Nachfolger für die Luft-Luft-Rakete Meteor wird inzwischen vorbereitet.

Drohnen sollen strukturellen Nachteil ausgleichen

An der Grundkonstruktion der Rafale, einem Entwurf aus den 1980er-Jahren, ändert das nichts. Gegenüber modernen Tarnkappenflugzeugen bleibt die Maschine im Nachteil.

Frankreich setzt deshalb parallel auf unbemannte Begleitsysteme, die gemeinsam mit der bemannten Rafale operieren und genau diese Lücke schließen sollen.

Sechste Generation noch nicht vom Tisch

Den Jet der nächsten Generation hat Frankreich nicht aufgegeben. Dazu sondiert das Land nun eine mögliche Zusammenarbeit mit Schweden bei der Entwicklung.

Aus dem Umfeld des Präsidenten hieß es, beide Länder verfolgten ähnliche Vorstellungen von einem eher kompakten Flugzeugtyp, wobei die Triebwerksproduktion als konkretes Kooperationsfeld genannt wurde.

Frankreich verfügt über eigene Antriebs-Fertigungskapazitäten bei Safran, während Schweden für die Gripen E/F auf ein US-Triebwerk von GE Aerospace angewiesen ist.

Die bisherige gemeinsame Triebwerksentwicklung von Safran, MTU Aero Engines und ITP Aero für ein künftiges europäisches Kampfflugzeug ist seit dem FCAS-Aus ins Stocken geraten, da die Finanzierung der aktuellen Phase Ende September 2026 ausläuft und eine Anschlussfinanzierung fehlt.

Schweden selbst will bis September 2027 über die weiteren Schritte seines eigenen Kampfjet-Programms entscheiden.