Frankreich zeigt sich offen für eine mögliche Zusammenarbeit mit Schweden bei der Entwicklung eines Kampfjets der nächsten Generation. Das machte ein Vertreter des Elysée-Palasts am Freitag gegenüber Journalisten deutlich. Heute reist Staatspräsident Emmanuel Macron zu einem Besuch nach Schweden.
Aus dem Umfeld des Präsidenten hieß es, beide Länder verfolgten ähnliche Vorstellungen von einem eher kompakten Flugzeugtyp. Als konkretes Kooperationsfeld wurde die Triebwerksproduktion genannt. Frankreich verfüge über entsprechende industrielle Kapazitäten, über die Schweden nicht verfüge.
Nach dem Scheitern von FCAS
Frankreichs bisheriges Vorzeigeprojekt für einen Kampfjet der nächsten Generation mit Deutschland und Spanien scheiterte dieses Jahr nach langen Streitereien. Das gemeinsam mit Deutschland und Spanien geplante "Future Combat Air System" (FCAS) war jahrelang von Spannungen zwischen dem französischen Hersteller Dassault und Airbus Defence and Space geprägt. Berichten zufolge hatte sich zuvor bereits Deutschland an Stockholm gewandt, um Kooperationen auszuloten.
Saab und Dassault als mögliche Partner
Schwedens Rüstungskonzern produziert bereits einen Kampfjet, der auf dem Weltmarkt im vergangenen und laufenden Jahr große Erfolge feiern konnte.
Das Triebwerk der Gripen E/F, F414G, kommt allerdings vom US‑Unternehmen GE Aerospace. Der französische Konzern Safran stellt Antriebe im Gegensatz dazu selbst her.
Für Safran wäre eine Kooperation mit Schweden eine gute Nachricht, denn seit dem Ende von FCAS steht es um die gemeinsame Triebwerksentwicklung von MTU Aero Engines, Safran und ITP Aero für einen künftigen europäischen Kampfjet genauso schlecht. Die Finanzierung der aktuellen Entwicklungsphase läuft Ende September aus, eine Anschlussfinanzierung ist nicht in Sicht.
Schweden will bis September 2027 über die weiteren Schritte seines Kampfjet-Programms entscheiden.





