Nächster europäischer Fighter: Chancen für MTU-Safran-Triebwerk schwinden

Nächster europäischer Fighter
Chancen für MTU-Safran-Triebwerk schwinden

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.08.2026
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Eumet New Generation Fighter mit Triebwerken Rendering
Foto: Eumet

Die gemeinsame Triebwerksentwicklung von MTU Aero Engines, dem französischen Safran-Konzern und dem spanischen Luftfahrtunternehmen ITP Aero für einen oder zwei europäische Kampfflugzeuge der nächsten Generation steht vor dem Aus. Ende September endet die Finanzierung der Phase 1B – und es scheint keine Anschluss- oder Übergangsfinanzierung für eine Weiterführung oder Neuaufstellung zu geben.

Olivier Andriès, CEO von Safran, erklärte vergangene Woche bei der Präsentation der Halbjahreszahlen, dass man nicht die Ressourcen habe, um zwei verschiedene Triebwerke zu entwickeln. "Aus rein pragmatischer Sicht verfügen wir nur über die Ressourcen zur Entwicklung eines einzigen Kampfflugzeugtriebwerks, und wir werden natürlich der französischen Roadmap Vorrang einräumen", sagte er.

MTU-CEO Johannes Bussmann sagte ebenfalls bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen vergangene Woche, dass man Gespräche mit der Bundesregierung führe. "Wir sprechen derzeit über die verschiedenen Optionen und darüber, was die Bundeswehr braucht." Das werde einige Zeit in Anspruch nehmen. Für Angaben zur industriellen Aufstellung und der Zeitschiene sei es noch zu früh.

Nach FCAS nun GCAP?

Dass Deutschland sich nun dem britisch-italienischen "Global Combat Air Programme" (GCAP) anschließt, kann sich Bussmann eher nicht vorstellen. "Mit der Freigabe der nächsten beiden Tranchen durch die britische Regierung haben sie [GCAP; d. Red.] eine industrielle Aufstellung, die funktioniert, sie haben nun eine finanzielle Aufstellung, die funktioniert. Das ist nun definitiv klarer, als es noch vor einigen Wochen oder Monaten war."

Anfang Juni hatten Deutschland und Frankreich die Zusammenarbeit beim New Generation Fighter beendet. Neben Differenzen zwischen den beiden Flugzeugherstellern Airbus und Dassault gab es auch unterschiedliche Anforderungen Deutschlands und Frankreichs an das Flugzeug. Frankreich benötigt einen Kampfjet, der auch auf Flugzeugträgern eingesetzt werden kann, Deutschland einen größeren Jagdbomber.

Der französische Triebwerkshersteller Safran Aircraft Engines und die deutsche MTU Aero Engines hatten 2021 das Gemeinschaftsunternehmen EUMET mit Sitz in München gegründet, um das Triebwerk für den "New Generation Fighter" – ein wichtiger Bestandteil des "Future Air Combat System" (FCAS) – zu entwickeln. Das spanische Unternehmen ITP Aero war später als strategischer Partner eingestiegen. MTU Aero Engines und Safran hatten in der Vergangenheit immer wieder betont, dass sie – anders als Airbus und Dassault Aviation – immer gut zusammengearbeitet hätten.