Das Ende des Projekts FCAS sei zwischen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz besprochen worden, meldete am Montag das Handelsblatt unter Bezugnahme auf Regierungskreise.
Vermittlungsversuch scheiterte
Merz habe zuvor noch Dassault-Chef Éric Trappier von einem Abrücken vom Führungsanspruch gegenüber Airbus zu überzeugen versucht. Dies sei nicht gelungen. Die Bundesregierung wünsche eine gleichberechtigte Rolle Deutschlands gegenüber Frankreich in dem Projekt, aber sie wolle der Industrie keine gleichberechtigte Partnerschaft von oben herab verordnen, wenn diese nicht voll dahinter stehe. Beide Regierungen hätten darüber Einvernehmen erzielt.
Gesamtsystem weit über ein Flugzeug hinaus
Das Milliardenprojekt FCAS sollte einen Stealth-Jagdbomber der sechsten Generation hervorbringen, dessen unbemannte Stealth-Begleitflugzeuge, sowie ein umfangreiches Netzwerk aus eigener Software und Datenübertragungssystemen.
Neuer Anlauf wird möglich
Die Absage des schon länger in Schwierigkeiten befindlichen Projekts FCAS macht, kurz vor der ILA und vor der dort vorgestellten neuen Luftfahrtstrategie der Bundesregierung, einen Neuanfang möglich. Wahrscheinlich folgen nun getrennte Projekte auf nationaler Ebene in Deutschland und Frankreich, die durch neue, internationale Partner erweitert werden könnten. So gilt bereits SAAB aus Schweden als möglicher Interessent für das unter zunehmendem Zeitdruck stehende Vorhaben, einen modernen Jagdbomber für Westeuropa zu entwickeln.





