Russlands "Geran"-Drohnen jagen jetzt eigenständig: Neue "Seeker"-Variante erkennt Ziele

Neue „Seeker“-Variante erkennt Ziele selbst
Russlands „Geran“-Drohnen jagen jetzt eigenständig

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.07.2026
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Geran-4, Geran
Foto: Aviation21

Seit Anfang Juni taucht in Meldungen des russischen Verteidigungsministeriums ein neuer Zusatz bei den Drohnenbezeichnungen auf. "Seeker" heißt die überarbeitete Version der Geran-Kamikazedrohnen.

Die sollen nun offenbar nicht mehr blind unterwegs sein und auf vorprogrammierte Ziele fliegen, sondern selbst erkennen, wo genau sie einschlagen. Dabei soll nach russischen Angaben auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. In welchem Maße, ist allerdings unklar.

Ein "Seeker" bezeichnet die Suchkopf-Sensorik einer Lenkwaffe, die ein Ziel aufspürt und die letzten Meter des Anflugs steuert.

Erstmals bestätigte Moskau den Einsatz am 15. Juni bei einem Angriff auf ein früheres Fabrikgelände im ostukrainischen Charkiw.

Kamera und Rechenchip

Der ukrainische Geheimdienst GUR vermutet in den Drohnen eine Kamera-Einheit, einen Bordrechner für Bildverarbeitung und einen verbesserten Datenkanal zum Operateur.

Damit soll die Drohne ihr Ziel im Anflug visuell bestätigen und den Aufschlagpunkt falls nötig korrigieren.

"Seeker"-Variante soll MiG-29 zerstört haben

Gerade die neueren Varianten aus der Geran-Familie, Geran-4 udn Geran-5, macht das "Seeker"-Upgrade gefährlicher.

Weil sich die Zelle der Vorgängerin Geran-3 als zu instabil erwiesen hatte, bekam die neuere Geran einen verstärkten Rumpf mit überarbeiteter Aerodynamik. Bei rund 3,5 Metern Länge und 3 Metern Spannweite soll die Drohne deutlich wendiger sein als die Vorgängerin, wie GUR berichtet.

Angetrieben wird sie von chinesischer Technik. Entweder vom LX-WP-160 mit 160 Kilogramm Schub, alternativ vom stärkeren TF-TJ2000A mit rund 200 Kilogramm Schub, das auch in der größeren Geran-5 verbaut wird.

Damit erreicht die Drohne 300 bis 400 km/h und laut GUR eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern. Als Nutzlast dient ein 50-Kilogramm-Splittergefechtskopf oder ein thermobarischer Sprengkopf. Zusätzlich soll sie über Sensoren zur Erkennung von Laserzielbeleuchtung verfügen.

Das russische Verteidigungsministerium berichtete vor einigen Wochen, mit der Geran-4 "Seeker" einen ukrainischen Militärflugplatz angegriffen zu haben. Dabei sollen zwei MiG-29, ein Tankfahrzeug und ein Bodengerät zerstört worden sein.