Warum Südkorea beim 6th-Gen-Kampfjet ausgerechnet am Triebwerk hängen könnte

Südkoreas 6.-Gen-Fighter
Warum das Projekt am Triebwerk hängen könnte

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.09.2026
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Six Generation, Sechste Generation, Kampfjet
Foto: Erstellt mit KI

Während Deutschland gerade noch ohne "Future Fighter"-Projekt dasteht, treibt Südkorea die Vorarbeiten für ein Kampfflugzeug der sechsten Generation weiter voran. Über Zelle, interne Waffenschächte und Stealth-Details lässt sich vergleichsweise früh diskutieren. Außerdem hat Südkorea dabei schon Erfahrung. Beim Antrieb könnte das Land allerdings Probleme haben.

Ein adaptives Triebwerk ist geplant

Für die nächste Fighter-Generation gelten adaptive Triebwerke (Adaptive/Variable Cycle Engines) als Wunschlösung. Das will auch Südkorea. Solche Antriebe können ihr effektives Nebenstromverhältnis je nach Flugphase verändern – grob gesagt ein "Schubmodus" für Tempo und ein "Effizienzmodus" für Reichweite und Ausdauer.

Das ist deswegen so wichtig, weil ein Kampfflugzeug damit weit fliegen, schnell beschleunigen und im Idealfall Überschall ohne Nachbrenner (Supercruise) schaffen soll. Das spart Treibstoff und ermöglicht längere Einsätze.

Komplizierte Technik

Der variable Kreisprozess verlangt zusätzliche Luftpfade und Mechanik, etwa einen zweiten Nebenstromkanal oder Luftabzweigungen aus dem Verdichter. Entscheidend ist die Beherrschung der Strömung über viele verschiedene Betriebszustände.

Sobald große Luftmengen umgelenkt werden, ändern sich die Zustrombedingungen im Verdichter. Ohne saubere Auslegung und Regelung drohen Instabilitäten. Das ist bei adaptiven Architekturen schwerer zu vermeiden als bei konventionellen Turbofans.

Außerdem bedeuten mehr Kanäle, Klappen, variable Geometrie und oft integrierte Wärmetauscher zwangsläufig mehr Teile und mehr Gewicht. Solche Triebwerke werden im Betrieb potenziell wartungsintensiver und verlangen sehr gute Zustandsüberwachung, wenn die Verfügbarkeit der Jets nicht leiden soll.

Bessere Infrarotsignatur

Moderne Kampfflugzeuge brauchen viel elektrische Leistung für Radar, Sensorik und elektronische Kampfführung und müssen gleichzeitig Abwärme loswerden. Adaptive Konzepte können helfen, weil Wärmetauscher in einen Nebenstrom integriert werden können.

Das verbessert das Wärmemanagement und kann nebenbei die Infrarotsignatur senken. Aber genau diese Integration macht das Gesamtsystem noch empfindlicher, denn Thermik, Materialien, Struktur und Regelung hängen eng zusammen.

USA finanzieren mehrere Programme

In den USA laufen Programme für adaptive Triebwerke seit Jahren. Selbst dort sind viele Details nicht öffentlich, und die Technologie gilt als strategisch.

Südkorea ist beim KF‑21-Antrieb heute noch auf ausländische Triebwerke von General Electric angewiesen. Das GE F414 muss den heimischen Jet auch noch über längere Zeit antreiben. Denn derzeit arbeitet das Land noch an einem eigenen Triebwerk für den Jet der fünften Generation.

Die Anforderungen an das Triebwerk für den Future Fighter sind dementsprechend höher. Wie sich die südkoreanischen Hersteller damit schlagen, hängt maßgeblich auch davon ab, wie schnell die Entwicklung des geplanten Antriebs für die KF-21 voran geht. Das KTF-16000 soll erst 2041 in die Flugerprobung starten.