Am 30. August hob der Hürjet mit dem Kennzeichen "TUS-A020" erstmals ab. Es handelt sich um die dritte gebaute Zelle des Musters nach den beiden bisherigen Prototypen.
Begleitet wurde der gut 18-minütige Flug vom ersten Vorserienprototyp mit der Kennung "24-001" in der bekannten Rot-Weiß-Lackierung. Die neue Maschine trug während des Flugs noch die weiße Werksgrundierung. Das Fahrwerk blieb ausgefahren. TAI-Chef Mehmet Demiroğlu bezeichnete den Flug als weiteren wichtigen Meilenstein für die nationale Luftfahrtindustrie.
Die türkischen Luftstreitkräfte haben bislang 16 Hürjet bestellt. Ersten Berichten zufolge soll eine erste Charge von sechs Maschinen ab 2027 ausgeliefert werden, während parallel weitere Serienflugzeuge gefertigt werden und die Testkampagne mit den Prototypen fortgesetzt wird.
Spanien bestellt 30 Maschinen
Bereits Anfang des Jahres hatte der Hürjet seinen ersten internationalen Kunden gefunden. Spaniens Verteidigungsministerium entschied sich für 30 Exemplare des Jets, um damit die veralteten F-5-Doppelsitzer in der fortgeschrittenen Pilotenausbildung zu ersetzen.
Geplant ist, dass Turkish Aerospace die Flugzeuge zunächst in ihrer Basisausstattung liefert; nach der Zertifizierung in Spanien sollen sie zwischen 2028 und 2029 an die Luftwaffe übergeben werden.
In einem zweiten Schritt erhalten die Jets spanische Systemtechnik. Die Umrüstung ist von der zweiten Jahreshälfte 2031 bis 2035 vorgesehen. Während die ersten beiden Maschinen bei Airbus in Getafe angepasst werden, entsteht für die restlichen 28 Maschinen ein eigenes Umrüstungszentrum auf spanischem Boden.
Für die Türkei ist der Auftrag der erste Exporterfolg für den Hürjet, das erste komplett im Land entwickelte Strahltrainingsflugzeug.
Weitere Interessenten in Sicht
Der Auftrag aus Madrid dürfte dem Hürjet auch bei künftigen Ausschreibungen helfen. Als nächstes mögliches Geschäft gilt Großbritannien, das derzeit nach einem neuen Trainingsflugzeug sucht. TAI-Chef Demiroğlu hatte bereits auf der Farnborough International Airshow angekündigt, dass sein Unternehmen sich an dem britischen Wettbewerb beteiligen will.
Auch eine Marine-Version ist in Arbeit
Wie der türkische Sender TRT Haber im Mai 2026 unter Berufung auf Industriekreise berichtete, arbeiten Ingenieure bereits daran, die Landversion für den Einsatz an Bord von Kriegsschiffen umzurüsten; mit verstärktem Fahrwerk, einer verstärkten Rumpfstruktur, einem Fanghaken sowie zusätzlichem Schutz gegen Salzwasser und Feuchtigkeit.





