Algerien hat am Sonntag vier Kampfflugzeuge nach Niger verlegt, nachdem es in der Hauptstadt Niamey zuvor zu gewaltsamen Unruhen gekommen war. Das teilte das algerische Verteidigungsministerium mit.
Demnach landeten insgesamt vier Suchoi Su-30MKA in zwei Formationen auf dem Flughafen von Niamey. Begleitet wurden sie von einer Iljuschin Il-78, die die Luftbetankung während des Fluges übernahm.
Wie das Ministerium erklärte, erfolgte der Einsatz auf ausdrückliche Bitte der nigrischen Behörden. Ziel sei es, die Armee des Nachbarlandes bei der Abwehr von Destabilisierungsversuchen zu unterstützen.
Angeordnet wurde die Mission vom algerischen Generalstabschef Said Chengriha, der damit Vorgaben von Präsident Abdelmadjid Tebboune umsetzte. Ziel sei es, die strategische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern weiter auszubauen, hieß es aus Algier.
Das Verteidigungsministerium betonte zudem, die Operation unterstreiche Algeriens festen Willen, auch künftig zur Sicherheit und Stabilität in der Region beizutragen. Man stehe weiterhin uneingeschränkt an der Seite der Regierung und der Bevölkerung des Niger.
Der nigrische Premierminister Ali Mahamane Lamine Zeine empfing die algerische Delegation persönlich. Er dankte Präsident Tebboune sowie dem algerischen Volk ausdrücklich für die geleistete Unterstützung, wie aus der offiziellen Mitteilung hervorgeht.
In Niamey fanden zuvor Angriffe statt, die sich unter anderem gegen den internationalen Flughafen Diori Hamani sowie die strategisch bedeutsame Luftwaffenbasis 101 richteten. Auch weitere Standorte in der Hauptstadt waren betroffen.
Der nigrische Verteidigungsminister erklärte inzwischen, die Lage in Niamey sei wieder unter Kontrolle. Die Sicherheitskräfte hätten die zuvor angegriffenen strategischen Einrichtungen zurückerobert.
Inzwischen haben die nigrischen Kräfte nach eigener Aussage die Kontrolle über den Flughafen zurückerlangt.
Su-30MKA für Algerien entwickelt
Bei den eingesetzten Maschinen handelt es sich um Su-30MKA, eine speziell für die algerische Luftwaffe entwickelte Variante des russischen Kampfjets Su‑30. Der zweistrahlige Mehrzweckjagdbomber basiert technisch auf der indischen Su-30MKI und ist bereits die zweite Weiterentwicklung dieser Baureihe nach der malaysischen Su-30MKM.
Die algerische Variante vereint russische, indische und französische Technik. Die ersten in Russland gefertigten Jets dieses Typs übernahm die algerische Luftwaffe 2007.





