Russlands Produktionskapazitäten für neue Kampfjets sind begrenzt – entsprechend empfindlich spürt die russische Luftwaffe jeden einzelnen Verlust. Der Absturz einer Suchoi Su-57 nahe der Hauptstadt Moskau am heutigen Donnerstag dürfte die Russen noch einmal besonders schmerzen. Schließlich stehen vom russischen Kampfjet-Kronjuwel kaum mehr als zwei Dutzend Exemplare im Dienst.
Die überschaubare Su-57-Flotte blieb bislang weitgehend von Crashs verschont – abgesehen vom Absturz der ersten zur Auslieferung vorgesehenen Maschine kurz vor ihrer Übergabe im Dezember 2019. Wie mehrere russische Medien berichten, kam nun am Donnerstag, dem 23. Juli, ein weiterer Absturz hinzu. Und es deutet wohl viel darauf hin, dass die russische Flugabwehr für den jüngsten Totalverlust einer Su-57 verantwortlich ist.
Den verfügbaren Informationen zufolge befand sich die Su-57 auf einem unbewaffneten Trainingsflug im Bezirk Odinzowo, westlich der Stadtgrenze von Moskau. Womöglich war der Stealth-Jet zuvor vom Flughafen Schukowski gestartet, wo sich das wichtigste Flugtestzentrum der russischen Luftfahrtindustrie befindet.
Pilot rettet sich per Schleudersitz
Was genau in der Luft passierte, ist derzeit noch unklar. Bilder von Augenzeugen, offenbar aufgenommen im Bereich der Kleinstadt Swenigorod, zeigen Flammen und Rauch am Boden. Große russische Medien wie die Wirtschaftszeitung Kommersant und die staatliche Nachrichtenagentur Tass bestätigten, auch unter Berufung aus Quellen aus dem russischen Verteidigungsministerium, dass es sich bei dem abgestürzten Flugzeug tatsächlich um eine Su-57 handelt.
Der Pilot des Tarnkappen-Kampfjets konnte sich demzufolge mit dem Schleudersitz retten und sei am Leben, so Kommersant. Unterdessen hätten die russischen Behörden bereits "ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen Flugregeln oder deren Vorbereitung (Artikel 351 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation)" eröffnet.

Die Suchoi Su-57 ist Russlands Kampfjet der fünften Generation. Der erste Prototyp flog bereits 2010, Ende 2020 wurde die erste Serienmaschine an die russische Luftwaffe übergeben. Russland hat vorerst 76 Su-57 bestellt, von denen allerdings bislang nur maximal 30 Stück ausgeliefert sind.
Opfer der eigenen Flugabwehr?
Unter russischen Bloggern und Kommentatoren in den sozialen Medien verbreitete sich kurz nach dem Crash die These, wonach die Su-57 Opfer eines "friendly fire"-Vorfalls geworden sei. Demnach habe die – wegen anhaltender ukrainischer Drohnenangriffe um Moskau postierte – russische Flugabwehr den russischen Superfighter vom Himmel geholt.
Bestätigt ist das bislang aber nicht.





