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AH-1W: US Marines schicken Super Cobra in Rente

Nach 34 Jahren US Marines schicken die letzte Super Cobra in Rente

Mit einem letzten "Sundown flight" haben die US Marines ihre letzte Bell AH-1W Super Cobra verabschiedet. Der zweimotorige Kampfhubschrauber war 34 Jahre im Dienst. Doch die "Cobra"-Saga bei den Marines geht weiter: mit der AH-1Z Viper.

Schon seit Längerem hatten sich die Veteranen ins zweite Glied zurückgezogen: Die letzten Super Cobras der US Marines standen bei den Reserve Forces in New Orleans im Einsatz, wo sie den "Red Dogs", der Marine Light Attack Helicopter Squadron 773, angehörten. Am 14. Oktober ging, nach 34 Dienstjahren, auch dieses Kapitel für die AH-1W zu Ende. Mit einem Abschiedsflug über das Umland von New Orleans schickten die Marines die Super Cobra endgültig in den Ruhestand. Die Zukunft gehört damit endgültig dem Nachfolgemuster: der AH-1Z Viper.

Bittersüße Momente

Pilotiert wurde die AH-1W bei ihrem letzten Flug von Major Patrick Richardson. Es sei eine große Ehre für ihn, die letzte "Whisky" zu fliegen, erklärte er in einem von Bell Helicopters veröffentlichten Video. "Ich hätte nie gedacht, einmal in dieser Position zu sein", so Richardson, der wie sein Staffelkommandant Lt. Col. Charles Daniel von einem "bittersüßen" Gefühl sprach, das ihn angesichts der Ausmusterung der Super Cobra beschleiche.

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Drei Jahrzehnte lang war die Super Cobra als Kampfhubschrauber für die Marines unverzichtbar.

An vielen Fronten unterwegs

In ihren 34 Einsatzjahren sammelten die 189 AH-1W der Marines satte 933.614 Flugstunden. Sie flogen an zahlreichen Kriegsschauplätzen, darunter die Operation Desert Storm, Iraqi Freedom und Enduring Freedom. "Ich habe viele tolle Erinnerungen an diesen Hubschrauber", erklärte Lt. Col. Daniel anlässlich des Super Cobra-Abschieds. Die Super Cobra "hat mich jedes Mal in Sicherheit gebracht und alles getan, worum ich jemals gebeten habe. Ich habe jeden Moment meiner Zeit mit der 'Whisky' genossen."

US Marines
Die rund 230 Super Cobras der US Marines sammelten in 34 Jahren mehr als 900.000 Flugstunden.

Auf "Whisky" folgt "Zulu"

Die AH-1W, selbst ein Spross der seit dem Vietnamkrieg aktiven Cobra-Familie, kam 1986 zu den Marines und bildete jahrzehntelang das Rückgrat der Kampfhubschrauberflotte. Gegenüber den Vorgängerversionen AH-1J und AH-1T zeichnete sie sich durch stärkere Triebwerke und bessere Bewaffnung aus. Seit dem Herbst 2010 gab die "Whisky" ihre Rolle jedoch Stück für Stück an die nochmals stark modernisierte AH-1Z Viper weiter. Diese hebt sich von der Super Cobra optisch vor allem durch ihren Vierblattrotor mit gelenklosem Rotorkopf ab. Außerdem besitzt sie ein modernes Glascockpit, kann schneller fliegen, deutlich mehr Waffen mitführen und ist mit einem multifunktionalen Zielerfassungssystem in der Rumpfnase ausgerüstet.

Kampfflugzeuge

Von der Kobra zur Viper

Auch nach ihrer Ausmusterung "lebt" die Super Cobra übrigens in ihrer Nachfolgerin weiter: Von den 189 AH-1Z, die die Marines bestellt haben, sind nur 58 werksneue Maschinen. Bei den anderen 131 handelt es sich um aufgerüstete AH-1W.