Eine Spende aus Italien lässt Indonesiens Traum vom eigenen Flugzeugträger wahr werden: Die ITS "Giuseppe Garibaldi", im Ursprungsland Italien 2024 außer Dienst gestellt, befindet sich gerade auf dem Weg nach Südostasien. Am 17. September wird es nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Antara im Hafen der indonesischen Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java erwartet.
Das 13.850 Tonnen schwere Schiff fährt unter seinem bisherigen Namen nach Indonesien, unter dem es der italienischen Marine seit dem 30. September 1985 gedient hatte. Nach seiner Ankunft in Indonesien soll es nach Antara-Angaben nach dem mittelalterlichen Militärführer Gajah Mada benannt werden.
Die Italiener wollten die ITS "Giuseppe Garibaldi" eigentlich bei sich zu Hause zum Museumsschiff machen – Indonesien hatte allerdings schon früh Interesse an dem Träger angemeldet, auf dem im aktiven Einsatz bis zu 16 AV-8B Harrier II oder alternativ maximal 18 Hubschrauber Platz fanden.

Die ITS "Giuseppe Garibaldi" fuhr vom 30. September 1985 bis Oktober 2024 für die italienische Marine. Italien gab das Schiff danach als Spende an Indonesien ab.
Flugzeugträger als schwimmende Feuerwache
Jakarta hat, anstelle der Harrier-Kampfjets, in der Türkei 60 Baykar-Kampf- und Aufklärungsdrohnen des Typs Bayraktar TB3 bestellt – eine für den Trägereinsatz optimierte Variante des Baykar-Verkaufsschlagers TB2 mit Turbodiesel-Triebwerk und etwa 105 PS.
Außerdem sollen sich indonesische Marinehubschrauber auf der künftigen KRI "Gajah Mada" einschiffen – namentlich die für die U-Boot-Jagd genutzten AS565 Panther von Airbus Helciopters.
Einen offiziellen Zeitplan für die Indienststellung des gebrauchten Kriegsschiffes gibt es bislang nicht. Allerdings schwebt Indonesiens Präsident Prabowo Subianto offenbar fürs Erste ohnehin keine dezidiert militärische Nutzung der gespendeten Neuerwerbung vor.
Stattdessen zitiert die Agentur Antara den Staatschef mit dem Vorschlag, die "Gajah Mada" aktiv in die Brandbekämpfung einzubeziehen und in diesem Kontext als mobile Einsatzplattform für Feuerlöschhubschrauber zu nutzen. Namentlich spricht Subianto über den Einsatz von Mil Mi-17 und Sikorsky UH-60 Black Hawk.
Indonesien wird aktuell, wie mehr oder minder jedes Jahr, von starken Torfbränden heimgesucht, die im Regelfall durch aktive Rodungsarbeiten entstehen.

Die "Garibaldi" machte sich unter ihrem ursprünglichen Namen auf den Weg nach Jakarta. Nach ihrer Ankunft in der neuen Heimat soll sie nach dem mittelalterlichen Heerführer Gajah Mada benannt werden.
Löscheinsatz komplexer als man denken könnte
Wie sich der Präsident den Einsatz seines "neuen" Flaggschiffs gegen diese Brände im Detail vorstellt, bleibt offen. Die Idee mag für einen Staat, der aus rund 17.000 Inseln besteht, interessant klingen – die Umsetzung wird allerdings deutlich weniger trivial sein, als sie sich Präsident Subianto vorstellt.
So müssten an den Einsätzen beteiligte Crews zunächst für den Trägereinsatz geschult werden. Außerdem besitzt die indonesische Armee zwar Mi-17, diese sind allerdings nicht für seegestützte Missionen optimiert und besitzen beispielsweise keine klappbaren Rotorblätter, weswegen sie dauerhaft auf dem Flugdeck parken müssten und nicht in die darunter liegenden Hangars verbracht werden könnten.
UH-60 Black Hawk finden sich im Repertoire der indonesischen Streitkräfte überhaupt nicht – lediglich ein paar privat betriebene UH-60L halten sich nach Medienangaben derzeit für Feuerlöscharbeiten im Land auf. Auch diese sind jedoch, im Gegensatz zu den Black Hawk-Marineversionen SH-60 und MH-60, nicht für den Einsatz auf See vorgesehen und damit unter anderem anfälliger für Korrosion, verursacht durch die salzhaltige Seeluft.





