GE-Triebwerk für X-BAT hat jetzt eine Schubvektordüse

F110-GE-129E für senkrecht startende Kampfdrohne
Triebwerk für X-BAT hat jetzt eine Schubvektordüse

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.07.2026
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Triebwerk für X-BAT hat jetzt eine Schubvektordüse
Foto: GE Aerospace/Shield AI

Der Antrieb für den in der Entwicklung befindlichen autonomen Kampfjet X-BAT des US-Start-ups Shield AI macht Fortschritte: GE Aerospace und Shield AI haben kürzlich die AVEN-Schubvektordüse (Axisymmetric Vectoring Exhaust Nozzle) in das F110-GE-129E-Triebwerk integriert. Anschließend wurden funktionale Tests sowie Triebwerkszündungen bei GE Aerospace in Peebles, Ohio absolviert. Die X-BAT-Drohne soll noch in diesem Jahr zum Erstflug starten.

Das F110-GE-129 kommt in der F-16C/D sowie der F-15 zum Einsatz, allerdings ohne Schubvektordüse. GE Aerospace hat die dreidimensionale Schubvektorsteuerung in den 1990er Jahren entwickelt und die AVEN-Düse an der X-62 VISTA, einer modifizierten F-16 der US Air Force, getestet. Die Schubdüse hat nach Angaben von GE bereits 73 Stunden Bodentests und 135 Flugstunden (bei insgesamt 95 Flügen) hinter sich. Für das X-BAT-Programm wurde die Düse aufbereitet und für das F110-GE-129E modifiziert.

Neue Anforderungen an alte Hardware

X-BAT soll senkrecht starten und landen können und ist damit laut Shield AI unabhängig von Luftwaffenbasen und Pisten. "Diese Fähigkeit steht und fällt mit dem Antrieb", sagt Armor Harris, Senior Vice President für Aircraft Engineering bei Shield AI. Das AVEN-System mache den Senkrechtflug für ein Fluggerät dieser Größe und mit diesen Fähigkeiten erst möglich.

"Wir setzen es [AVEN; d. Red.] auf eine Weise ein, wie es bisher noch nie genutzt wurde. Der Senkrechtflug erfordert schnelles Schwenken zur Aufrechterhaltung der Fluglagesteuerung – eine Anforderung, die das ursprüngliche Programm nie erfüllen musste. Durch die Nutzung von Hardware mit einer flugerprobten Erfolgsbilanz und deren Anpassung an diese Mission konnten wir die Entwicklung in einem unglaublichen Tempo vorantreiben, anstatt bei Null anzufangen." In einem nächsten Schritt wollen die Teams zukünftige Versionen des Antriebs mit Schubvektorsteuerung schneller, leichter und leistungsfähiger machen.

Ulrike Ebner

X-BAT soll das komplette Waffenarsenal der F-18 oder F-35 tragen können und ist dabei kleiner als die F-35. Die Kampfdrohne erzeugt nach Angaben von Shield AI 80 Kilowatt elektrische Leistung. Damit soll sie Technologien zur elektronischen Kampfführung betreiben und als autonomer Jammer fungieren können sowie Aufklärungs- und Überwachungsnutzlasten tragen und aktive und passive Radarmodi unterstützen. Die Reichweite gibt Shield AI mit 2000 Nautischen Meilen (3704 Kilometer) an. Shield AI hatte sich im November 2025 für das F110-GE-129 von GE Aerospace als Antrieb entschieden.