Die KAI KF-21 Boramae ist bereit für den aktiven Dienst. Die staatliche Beschaffungsbehörde Südkoreas erteilte dem Mehrzweckkampfflugzeug in seiner ersten Serienversion die abschließende Zulassung für Luftkampfeinsätze.
Seit einer vorläufigen Zulassung im Jahr 2023 haben Hersteller und Behörden drei weitere Jahre daran gearbeitet, Stabilität und Leistungsfähigkeit des Flugzeugs auf das geforderte Niveau zu bringen.
Auslieferung noch in diesem Jahr
Sechs Prototypen absolvierten in dieser Zeit rund 1.600 Testflüge. Die erste Maschine aus Serienproduktion ist bereits fertig und soll noch dieses Jahr an die Luftwaffe übergeben werden. Das Flugzeug mit der Kennnummer 25-001 hob am 15. April vom Flughafen Sacheon im Süden des Landes zu ihrem Erstflug ab.
Bislang hat Südkorea 40 Serienmaschinen in zwei Losen bestellt, alle in Block-1-Variante. Parallel laufen bereits die Vorbereitungen für die nächsten Ausbaustufen. Für eine spätere Block-3-Version arbeiten südkoreanische Behörden an Spezialvarianten, beispielsweise eine Ausstattung mit Ani-Radar-Raketen.
Außerdem sollen die Tarnfähigkeiten des Flugzeugs deutlich reduziert werden. Ein vollwertiger Stealth-Jet soll die KF-21 allerdings nie sein.
Noch nutzt Südkoreas Luftwaffe vor allem die KAI KF-16. Der Jet wurde auf Basis der US-amerikanischen F-16 Fighting Falcon von Korea Aerospace Industries in Lizenz produziert und ist seit fast 30 Jahren Teil der Luftflotte.
Indonesien will KF-21
Auch jenseits der eigenen Streitkräfte wird die KF-21 zunehmend als Exportkandidat gehandelt. Das Flugzeug ist günstiger als die Konkurrenz aus den USA, punktet mit offener Systemarchitektur und weniger politischer Abhängigkeit. Indonesien gilt als wahrscheinlichster erster Kunde. Allerdings mit deutlich gedämpften Erwartungen.
Ursprünglich war Jakarta als Entwicklungspartner mit einem Finanzierungsanteil von 20 Prozent an dem Programm beteiligt, doch diese Kooperation verlief von Anfang an holprig. Zahlungsverzögerungen und anhaltende Unstimmigkeiten führten dazu, dass der indonesische Beitrag inzwischen auf 7,5 Prozent abgesenkt wurde.
Auch beim geplanten Kauf schraubte Jakarta seine Ambitionen zurück. Statt der ursprünglich angestrebten 48 Maschinen soll eine Absichtserklärung nun lediglich 16 Flugzeuge umfassen. Bestellt ist allerdings noch nichts.
Indonesien, das seine Luftflotte gleichzeitig mit Jets aus Frankreich, der Türkei und China modernisiert, verfolgt dabei bewusst eine Strategie der Beschaffungsvielfalt, um geopolitische Abhängigkeiten zu vermeiden, auch wenn dies die Logistik und den Unterhalt der eigenen Luftwaffe erheblich verkompliziert.





