Transpondercode 7700 – "seven-seven, going to heaven". Mit diesem Signal signalisieren Flugbesatzungen weltweit am Himmel eine Luftnotlage. Diese definiert sich durch eine unmittelbare, schwere Gefahr, in der sich das Flugzeug befindet.
Bei Fluglotsen am Boden erscheint auf dem Bildschirm als direkte Reaktion darauf ein Alarmsignal, das auf den Notfall des betreffenden Flugzeuges hinweist. Gemäß global standardisierter Prozedur genießt selbiges von diesem Moment an absolute Priorität, bis zu einer – im Idealfall – sicheren Landung. Gleichzeitig wird am Boden eine Rettungskette in Gang gesetzt, um für jeden Fall möglichst gewappnet zu sein.
Die Gründe für die Erklärung einer Luftnotlage können höchst verschieden sein. Die Spanne reicht von einem medizinischen Notfall an Bord über technische Defekte wie Triebwerksprobleme und Druckabfall bis hin zu Feuer oder anderen direkt lebensbedrohlichen Faktoren.
Notruf über dem Persischen Golf
Die Boeing KC-135 mit der Hecknummer 62-3578 setzte am Dienstagmorgen um kurz nach 8:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) über dem Persischen Golf ebenfalls einen 7700-Notruf ab. Der 62 Jahre alte Stratotanker der US Air Force befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Luftbetankungseinsatz, mutmaßlich zur Unterstützung der US-Operation "Project Freedom" zur Öffnung der Straße von Hormus.
Daten von Flugtracking-Diensten wie Flightradar24 dokumentieren, dass die KC-135 um etwa 5:30 Uhr MEZ in Abu Dhabi startete und ab kurz vor 6 Uhr MEZ in einem Korridor über dem Persischen Golf für gut zwei Stunden ihre Kreise drehte. Gegen 6:15 MEZ drehte der Tanker laut Flugaufzeichnung nach Westen ab und nahm Kurs Richtung Katar. Wenige Minuten später sendete die Crew schließlich das Notsignal – bei Flighradar24 färbte sich das Flugzeugsymbol daraufhin rot.
Etwa auf halber Strecke zur katarischen Küste riss dann das Transpondersignal ab. Zuvor war die KC-135 laut Flightradar-Daten zeitweise mit relativ hoher Sinkrate bis über 4700 Fuß (1433 Meter) pro Minute aufgefallen.
Absturz? Eher nicht
Über den Verbleib des US-Vierstrahlers gab es zunächst keine verlässlichen Informationen. Die letzten Aufzeichnungen auf Flightradar24 wiesen für die KC-135 eine Flughöhe von 14.425 Fuß aus, bei einer leichten Sinkrate von 64 Fuß pro Minute, was auf eine stabile Fluglage hindeutet.
Die US-Streitkräfte haben sich noch nicht zu dem Vorfall geäußert. Hinweise auf einen Absturz, über den in den sozialen Medien schon seit dem Vormittag wild spekuliert wurde, liefern die verfügbaren Informationen aber eher nicht. Der Verlust des Transpondersignals dürfte vermutlich auf Störmaßnahmen in der konfliktgeladenen Region zurückzuführen sein – oder die Stratotanker-Crew hat die Übermittlung des Signals selbst unterbunden.
Über die Gründe für die Erklärung der Luftnotlage lässt sich ebenfalls nur spekulieren. Interessanterweise scheint die KC-135 bereits auf dem Weg Richtung Katar gewesen zu sein, als sie 7700 funkte. Nahe der Hauptstadt Doha betreiben die USA dort mit der Basis Al Udeid ihren größten Militärstützpunkt im gesamten Nahen Osten. Zu vermuten ist, dass die 62-3578 dort auch landete.





