Wenn alles klappt, könnte die frisch restaurierte anatolische Fw 190 schon im Juli ihre ersten Flüge absolvieren. Vorausgesetzt, der Propeller kommt fristgerecht vom Unternehmen Hercules Propeller aus Großbritannien zurück. Dorthin hatten die Restauratoren des türkischen Teams um Flieger und Museumschef Ali Ismet Öztürk die Luftschraube zur Überholung geschickt.
Der Rest des legendären Flugzeugs ist derweil bereits vollendet, wie das MSÖ Air & Space Museum bekanntgab, das im Sivrihisar Aviation Center in der Provinz Eskişehir eine illustre Sammlung historischer Flugzeugschätze beherbergt. In den Hangars von Mach Aviation entstand in rund einjähriger intensiver Arbeit ein fast furchteinflößend schönes Stück türkisch-deutscher Luftfahrtgeschichte, optisch vollendet durch das tiefschwarze Farbkleid und die rot-weißen Hoheitszeichen der türkischen Luftwaffe.
Die flog die Fw 190 einst in der Tat aktiv im Einsatz: Im Rahmen von Rohstofflieferungen hatten die Türken zwischen 1942 und 1943 insgesamt 72 Exemplare des "Würgers" erhalten. Sie überdauerten den Untergang des Deutschen Reichs im Zweiten Weltkrieg und blieben bis 1949 im Dienst.

Die Luftwaffe der Türkei flog die Fw 190 bis 1949.
Abgeschossen in Nordfrankreich
Die Geschichte des nun in der Türkei in der Auferstehung begriffenen Exemplars ist allerdings eine andere: Die Fw 190 mit der Seriennummer 1134 verließ am 9. März 1943 die Weser-Flugzeugwerke in Bremen. Man nimmt an, dass sie schon kurz darauf, im Jahr 1944, in Nordfrankreich einer US-amerikanischen P-51 Mustang zum Opfer fiel und abgeschossen wurde.
Das Wrack verblieb bis zum Jahr 2000 in Nordfrankreich. Dann kaufte der kalifornische Sammler Dan Kirkland die Überreste des als Fw 190 A5 gebauten Jägers. Die Substanz für eine Restaurierung erwies sich rasch als schlecht. Somit griffen die von Kirkland mit der Aufgabe betrauten Experten von GossHawk Unlimited in Casa Grande auf einen Flug Werk-Bausatz zurück und begannen mit dem Aufbau einer gründlich überarbeiteten Version des Kits.

Mach Aviation zeichnet im Auftrag des MSÖ-Museums für den Wiederaufbau der Fw 190 verantwortlich.
Fw 190 vom Pech verfolgt
Nach elfjähriger Arbeit war die Focke-Wulf 190 A5 mit einigen von der deutschen Firma FlugWerk bereitgestellten A8-Teilen tatsächlich wieder flugtauglich. Seither schlägt in ihr, wie in den meisten FlugWerk-Nachbauten ein russischer ASch-82-Sternmotor anstelle des originalen BMW 801. Den Erstflug absolvierte seinerzeit der weltweit renommierte Warbird-Pilot Klaus Plasa.
Leider blieb die zu neuem Leben erweckte und wieder in den Farben der Luftwaffe lackierte Fw 190 vom Pech verfolgt: Nach einigen unglücklichen Bodenunfällen rottete sie lange Zeit in einem Hangar in Arizona vor sich hin – bis 2025 Ali Ismet Öztürk auf den Plan trat, sie für das von ihm geführte und gegründete MSÖ-Museum erwarb, in die Türkei verschiffen ließ und schließlich Mach Aviation mit dem abermaligen Neuaufbau betraute.

So sah die Fw 190 kurz nach ihrer Ankunft in der Türkei aus.
Türkisches Warbird-Unikat
Im Sivrihisar Aviation Center entstand so mit der in türkischen Farben lackierten Fw 190 ein echtes Unikat – das bald schon regelmäßig am anatolischen Himmel zu sehen sein soll. Sofern zeitnah der Propeller eintrifft...





