Das Commercial Engine Replacement Program (CERP) der US Air Force für ihre Boeing B-52H geht in die nächste Phase: Nach der kritischen Entwurfsprüfung ist nun der Weg frei für die Installation von je acht Rolls-Royce F130 an zunächst zwei B-52. Das teilte das Air Force Life Cycle Management Center, dessen Abteilung für Bomber für die Durchführung des CERP zuständig ist, am 4. Mai mit.
Bei der kritischen Entwurfsprüfung haben Experten der Air Force, von Boeing und Rolls-Royce den gesamten Systementwurf genau unter die Lupe genommen, um sicherzustellen, dass alle Anforderungen und technischen Vorgaben erfüllt werden, bevor die Umbauarbeiten beginnen. "Es ist der Punkt, an dem man von einem Konzept zu einem Entwurf gelangt und diesen Entwurf dann in etwas Greifbares umsetzt – etwas, das wir für das Air Force Global Strike Command testen und im Einsatz erproben werden", so Lt. Col. Tim Cleaver, CERP-Programmmanager des Bombers Directorate.
Erste B-52 noch 2026 in San Antonio erwartet
Boeing, Hauptauftragnehmer für die Integration der neuen Triebwerke, beschafft und fertigt Bauteile und wird die Umbauarbeiten der ersten beiden B-52H in B-52J-Konfiguration in San Antonio, Texas durchführen. Der erste Bomber soll noch dieses Jahr dort eintreffen. Nach der Umrüstung sollen die beiden B-52J umfassend auf der Edwards AFB in Kalifornien getestet werden, um die neuen Systeme zu validieren. Wenn diese Tests erfolgreich abgeschlossen sind, soll auch die restliche B-52H-Flotte modifiziert werden.
Weil die Ersatzteilversorgung und die Instandhaltung der alten TF33-Triebwerke immer schwieriger werden, hat die US Air Force im September 2021 Rolls-Royce den Zuschlag für die Bereitstellung neuer Turbofantriebwerke erteilt. Der britische Hersteller liefert für das CERP das F130. Es basiert auf dem Business-Jet-Triebwerk BR725 und wurde bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz entwickelt. Die F130-Triebwerke für die B-52 werden im Werk in Indianapolis montiert und getestet. Dafür investiert Rolls-Royce rund eine Milliarde US-Dollar in das Werk in Indiana.
B-52 sollen noch bis in die 2050er fliegen
Der Auftrag im Wert von 2,604 Milliarden US-Dollar beinhaltet 608 Triebwerke sowie etwa 40 Ersatztriebwerke, die dazugehörige Ausrüstung und die Lieferung technischer Dokumentationen, die für die Betreuung der Triebwerke notwendig sind. Das Upgrade umfasst auch neue Subsysteme, darunter einen modernen Generator für jeden Antrieb, der die Stromerzeugungskapazität der B-52 deutlich erhöhen und damit für die Zukunft fit machen soll.
Rolls-Royce hatte sich in einem Wettbewerb gegen GE Aviation und Pratt & Whitney durchgesetzt. Die Neumotorisierung der B-52 soll es ermöglichen, dass die Bomber aus den 1950er Jahren bis mindestens Mitte dieses Jahrhunderts im Dienst bleiben.





