Eurofighter präsentiert sich und seinen Kampfjet erstmals im großen Stil auf der türkischen Rüstungsmesse SAHA. Als Hingucker haben die Mitteleuropäer einen Eurofighter Typhoon mit dabei, den sie für den Messeauftritt in Istanbul eigens mit türkischen Hoheitssymbolen verziert haben. Es ist das erste Mal überhaupt, dass die türkische Nationalflagge auf einem Eurofighter prangt – wenngleich es sich beim ausgestellten Exemplar "nur" um ein lebensgroßes Mockup handelt.
Die Symbolkraft des Auftritts auf der größten Militärmesse der Türkei verfehlt ihre Wirkung nicht. Neben den zahlreichen neuen Entwicklungen einheimischer Hersteller, die im großen Stil neue Kampfdrohnen, Lenkwaffen und Sensorik präsentieren, zählt der Eurofighter-Auftritt in der Wahrnehmung türkischer und internationaler Medien definitiv zu den Messe-Highlights.
Nach langem Hin und Her und hinausgezögert vor allem durch Bedenken der deutschen Bundesregierung erhielt die Türkei im Oktober 2025 grünes Licht für die Bestellung von 20 fabrikneuen Eurofighter Typhoon Tranche 4, die bei BAE im britischen Warton zusammengebaut werden sollen. Ergänzt wird die Order durch 24 gebrauchte Exemplare, die nach offiziellen Angaben aus Ankara aus Katar und dem Oman kommen sollen – und zwar möglichst zeitnah.
Neuflugzeuge kommen ab 2030
Zumindest auf die neuen Eurofighter müssen die Türken noch ein paar Jahre warten. Laut vereinbartem Lieferplan stoßen die ersten Jets, sechs an der Zahl, erst 2030 zur türkischen Luftwaffe. 2031 sollen dann acht weitere Maschinen folgen, die Übergabe des dann noch ausstehenden Sextetts ist für 2032 vorgesehen.
Großbritannien und die Türkei haben überdies eine enge Kooperation bei Wartung, Schulung und Logistik für das neue Muster vereinbart. Der Eurofighter ist der erste moderne Kampfjet der Türkei, der nicht aus den USA stammt, die bislang stets das bevorzugte Bezugsland für türkische Fighter gewesen waren. Parallel entwickeln die Türken außerdem ihren eigenen Stealth-Kampfjet Kaan, dessen zweiter Prototyp in diesem Jahr abheben soll.
Bewaffnung der türkischen Eurofighter
Das in Istanbul ausgestellte Eurofighter-Mockup zeigt sich zusammen mit einem umfassenden Waffenarsenal – bestehend allerdings nur aus bekannten westlichen Flugkörpern. So liegen am Boden unter den Tragflächen beispielsweise die Luft-Luft-Raketen ASRAAM, Iris-T und Meteor, die Luft-Boden-Rakete Brimstone, die Lenkbombe Paveway IV sowie der Marschflugkörper Storm Shadow aus.
Die Integration türkischer Lenkwaffen etwa aus dem Hause Roketsan in den Eurofighter dürfte für Ankara perspektivisch ein zentrales Unterfangen werden. Vorerst präsentieren Roketsan und Co. ihre Produkte auf der SAHA 2026 aber getrennt von dem europäischen Kampfjet.





