Als enger Verbündeter Russlands besitzt Algeriens Militär eine Fülle russischer Flugzeug- und Hubschraubermuster. Darunter finden sich 14 Mil Mi-26T2, von denen die ersten im Jahr 2015 geliefert wurden. Die Mi-26 ist ihrerseits der größte und schwerste Helikopter, der jemals in Serie gebaut wurde.
Die Dimensionen der Mi-26 sind in vielerlei Hinsicht kolossal. Ihr Laderaum ist größer als der einer Antonow An-12 und bietet Platz für 90 Soldaten, 60 Patiententragen oder zwei Luftlandepanzer. Der Durchmesser des Achtblattrotors beträgt 32 Meter, was annähernd der Rumpflänge eines Airbus A319 entspricht. Außerdem hält die Mi-26 bis heute eine ganze Reihe von Weltrekorden. So gelang es ihr 1982, eine Last von 56.769 Kilogramm auf eine Höhe von 2000 Meter zu hieven.
Die algerischen Mi-26 werden derzeit allerdings weniger für rekordverdächtige Lastentransporte als vielmehr zum Feuerlöschen gebraucht. Wie in den südeuropäischen Mittelmeerländern toben auch im Maghreb mehrere Waldbrände – und um dieser Herr zu werden, setzen die Algerier ihre russischen Riesenhubschrauber als fliegende Feuerwehr ein.
15 Tonnen Wasser unterm Hubschrauber
Ein Video des algerischen Verteidigungsministeriums dokumentiert die Löscharbeiten aus der Luft mit den Mi-26 des Militärs. Dabei nutzen die Schwerlasthelikopter ihre maßgeschneiderten Wasserbehälter vom Typ WSU-15, die – Nomen est Omen – sagenhafte 15 Tonnen Wasser aus nahegelegenen Flüssen und Seen hieven, um sie kurz darauf an neuralgischen Punkten der Brandnester abregnen zu lassen.
Die faltbaren WSU-15-Wassersäcke lassen sich – an einer Seilwinde unter dem Helikopter hängend – binnen weniger Sekunden mit Wasser füllen, während die Mi-26 über der Wasseroberfläche schwebt. Laut Angaben aus Russland eignet sich dabei jedes entsprechend voluminöse Gewässer mit einer Tiefe von mehr als 50 Zentimetern zur Aufnahme. Der anschließende Abwurf über dem Zielgebiet erfolgt punktgenau – fordert den Besatzungen der Mi-26 allerdings ein hohes Maß an Konzentration ab.

Die Berijew Be-200 steht seit 2023 in algerischen Diensten. 2024 wurde ein zweites Flugzeug ausgeliefert.
Das "russische Biest" im Lösch-Einsatz
Neben der Mi-26 und einigen Kleinflugzeugen ist im Waldbrand-Video des algerischen Verteidigungsministeriums auch ein Flugzeugmuster zu sehen, das die Algerier selbst erst seit rund zwei Jahren im Einsatz haben – das russische Jet-Amphibium Berijew Be-200, von griechischen Medien einst aufgrund ihrer Verdienste beim Löscheinsatz im Land ehrfürchtig als "russisches Biest" geadelt.
Von der Be-200 wurden bislang insgesamt nur rund 20 Stück gebaut – trotz eines deutlich größeren Bedarfs. Das Flugzeug leidet vor allem unter dem Umstand, dass es mit zwei D436-Turbofans bestückt ist, die von Iwtschenko-Progress aus der Ukraine stammen. Die russische Regierung treibt die Remotorisierung der Be-200 mit in Russland entwickelten PD-8 von Awiadwigatel voran, doch dieses Triebwerk wird zunächst vor allem für den Regionaljet Jakowlew SJ-100 benötigt.
Die Berijew Be-200
Algerien hatte 2021 vier Be-200ES in Russland bestellt – die erste Maschine wurde 2023 übergeben, die zweite 2024. Ob es darüber hinaus weitere Lieferungen gab, ist unbekannt.
Die via Fly-by-Wire gesteuerte Berijew Be-200 kann in acht Tanks unter dem Kabinenboden bis zu zwölf Tonnen Wasser aufnehmen und dieses anschließend über dem Zielort abwerfen – entweder komplett in einem Schwung oder portioniert. Nachschub holt sich das "russische Biest", indem es mit vier geöffneten Einlässen an der Rumpfunterseite etwa 15 Sekunden lang durchs Wasser pflügt und anschließend wieder zurück zum Brandherd fliegt.
Auf diese Weise schafft die Be-200 während eines Einsatzfluges den Abwurf von bis zu 270 Tonnen Wasser, bevor sie landen und Kerosin nachtanken muss. Zumindest theoretisch.





