Von Melbourne nach Toulouse, über den Pazifik und den Atlantik in 24 Stunden und 24 Minuten: Am Dienstagvormittag landete die Test-A350-1000ULR (Ultra Long Range) nach ihrem Rekordflug wieder in Toulouse-Blagnac. Der Flug ist Teil der Tests für das "Project Sunrise" von Quantas. Die australische Airline will die A350-1000ULR ab Oktober 2027 für Nonstopflüge unter anderem von Sydney nach London nutzen, die Flugzeit soll 20 bis 22 Stunden betragen. Zwölf der Marathon-Flugzeuge hat Quantas bei Airbus bestellt.
Für diese Ultralangstreckenflüge ist die A350-1000ULR mit Zusatztank ausgestattet und verfügt über eine erhöhte maximale Startmasse. Mit dem Testflug von Toulouse nach Melbourne und zurück wollte Airbus zeigen, dass das von zwei Rolls-Royce Trent XWB-97 angetriebene Flugzeug einen Flug mit einer 23-stündigen Blockzeit absolvieren kann (Blockzeit bezeichnet die Zeit vom Lösen der Parkbremse vor dem Losrollen bis zum Stillstand am Gate).

Zwei Trent XWB-97 treiben die A350-1000 an. Die Triebwerke kommen auch an der ULR- und Frachterversion zum Einsatz,
Die beiden Rolls-Royce-Triebwerke für die A350-1000ULR sind übrigens ganz normale Trent 97-XWB. Für "Project Sunrise" seien keinerlei technische Änderungen an den Triebwerken erforderlich, sagte Rob Watson, President Civil Aerospace bei Rolls-Royce, bei einem Medienbriefing in Derby am 2. Juli.
In drei Phasen zu längerer Lebensdauer
Allerdings hat der britische Triebwerkshersteller seit 2024 als Teil eines milliardenschweren Programms auch in Verbesserungen des Trent XWB-97 investiert. Es geht vor allem um eine Verlängerung der "Time on Wing" – die Zeit, die ein Triebwerk am Flügel in Betrieb ist, bevor es für die Instandhaltung in eine Werkstatt muss – in heißen und staubigen Einsatzgebieten wie dem Nahen Osten.
Rolls-Royce hat dafür ein mehrstufiges Upgrade aufgelegt, das optimierte Turbinenschaufeln, neue Dichtungssegmente und eine verbesserte Brennkammerkühlung umfasst. "Die Verbesserungen von Phase 1 und Phase 2 sind bereits im Einsatz und bewähren sich in der gesamten weltweiten Flotte. Nun gilt es noch, das Testprogramm für die Schaufelverbesserungen der Phase 3 abzuschließen und diese bis Ende 2027 einzuführen", so Watson. Nach der Einführung in neue Serientriebwerke sollen die Phase-3-Verbesserungen auch in bestehende Triebwerke nachgerüstet werden.
Das Trent XWB-97 baut auf der für Rolls-Royce typischen Drei-Wellen-Architektur auf. Es hat einen drei Meter großen Bläser, einen achtstufigen Mitteldruckverdichter, einen sechsstufigen Hochdruckverdichter, eine Ringbrennkammer mit 20 Einspritzdüsen, eine einstufige Hochdruckturbine, eine zweistufige Mitteldruckturbine und eine sechsstufige Niederdruckturbine. Es entwickelt einen Startschub von 431,5 kN (97.000 Pfund).





