Der Airbus-Testflug "AIB35LR" startete am Montag um 17.28 Uhr australischer Zeit in Melbourne (später Vormittag deutscher Zeit) nach Europa zurück. Doch die Flugroute führt den Ultralangstreckenzweistrahler nicht etwa nordwestlich in die Alte Welt zurück, sondern heute via Sydney und über den Pazifik ostwärts. Nach vier Stunden Flugzeit befand sich der Twin am Montagnachmittag deutscher Zeit zwischen Sydney und Auckland über dem Pazifik und in 10680 Metern Höhe bei (dank Rückenwind) 1141 km/h Geschwindigkeit über Grund.
Airbus auf neuer Rekordjagd?
Damit scheinen sich Gerüchte zu bestätigen, dass Airbus die Rückkehr für einen neuen Rekord-Nonstopflug nutzen möchte, der, windabhängig, an die 24 Stunden Flugdauer kommen könnte. Die Stippvisite in Australien gehört zu Tests der für Qantas entwickelten Ultralangstreckenversion A350-1000ULR (Ultra Long Range – Ultralangstreckenreichweite) mit Zusatztank und verbesserten Küchenkühlschränken. Diese Variante soll künftig ohne Zwischenlandung zwischen Europa bzw. den USA und Australien pendeln.
In der Kabine sitzen Heizkörper
Das Testflugzeug F-WULR ist mit einer technischen Testkabine ausgestattet. Auf den Sitzen sind elektrische Wärmegeneratoren installiert, die die Körperwärme späterer Passagiere abstrahlen. Damit kann man die Klimaanlage in der Kabine prüfen, die hier über sehr lange Zeit für komfortable Innentemperatur ohne Zugluft sorgen muss. Neu sind auch verbesserte Küchenkühlschränke, in denen sich das Bordcatering trotz extremer Flugdauer lange frisch halten lässt.
Flugtest mit Extremlänge
Technisch gesehen muss das Flugzeug, das von Testpiloten gesteuert und von einer Airbus-Testcrew begleitet wird, zeigen, dass die Tankanlage die Schwerpunktveränderungen und die Ansteuerung der vergrößerten Tanks zuverlässig bewältigt. Bei extrem langen Flügen muss auch die Software zeigen, dass sie mit Datumswechseln und sehr langer Flugdauer mit vielen Wegpunkten und ungewöhnlich großen Datenmengen zurecht kommt. Die Triebwerke müssen über die gesamte Flugdauer ihr Triebwerksöl erhalten und trotz stundenlang extrem kalter Außentemperatur muss das Kerosin zuverlässig fließen.
Bei normaler Rückkehr westwärts wäre die Landung in Europa am Dienstagmorgen zu erwarten gewesen. Die nun längere Route könnte sich bis zu einer Landung am Dienstagmittag in Toulouse hinziehen.





