Von USA bestätigt: Ukrainische F-16 schießt erstmals russischen Kampfjet ab

Abschuss im Luftkampf von USA bestätigt
Ukrainische F-16 schießt russischen Kampfjet ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.07.2026
Als Favorit speichern
F-16AM der ukrainischen Luftwaffe beim Start mit Nachbrenner.
Foto: Ukrainische Luftwaffe

Erstmals hat eine ukrainische F-16 im direkten Luftkampf einen russischen Jet zerstört. Das bestätigte Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs der USA, am 21. Juli 2026 in Washington vor dem Haushaltsausschuss des US-Senats. Caine sagte dort gemeinsam mit Verteidigungsminister Pete Hegseth im Rahmen einer Anhörung zum Nachtragshaushalt des Präsidenten aus.

"Ich möchte anmerken, dass wir vor Kurzem den ersten Luft-Luft-Abschuss erlebt haben, bei dem eine ukrainische F-16 einen russischen Kampfjet abgeschossen hat.", erklärte der General. Details, wie den getroffenen Flugzeugtyp, nannte er nicht. Parallelen zu früheren unbestätigten Berichten gibt es trotzdem.

Abschuss Anfang Juli

Bereits am 8. Juli hatte die ukrainische Luftwaffe über X den Abschuss einer russischen Su-35S im östlichen Frontabschnitt gemeldet, allerdings ohne nähere Angaben zu Umständen oder beteiligten Maschinen.

Der, der russischen Luftwaffe nahestehende, Telegram-Kanal "Fighterbomber" schilderte den Vorfall als ungleiches Gefecht dreier gegnerischer Flugzeuge gegen eines der eigenen Seite und beklagte, man habe "nach Schema F" gehandelt.

Eine russische Su-35S habe es demnach allein mit zwei ukrainischen F-16 aufgenommen. Eine explizite Bestätigung, dass eine der beiden F-16 den Abschuss erzielte, lieferte der Kanal nicht.

Der russische Pilot konnte sich übereinstimmenden Berichten zufolge aus dem Jet retten und ging über russischem Gebiet am Fallschirm nieder. Eine Bestätigung von russischer Seite gibt es allerdings nicht.

Caines Aussage stützt den gemeldeten Abschuss der ukrainischen Luftwaffe und liefert gleichzeitig eine offizielle Bestätigung, dass tatsächlich eine ukrainische F-16 für den Abschuss verantwortlich war. Ob tatsächlich eine Su-35S bei dem Vorfall zerstört wurde und wie genau es zu dem Treffer kam, ist weiterhin nicht unabhängig verifiziert.

Ein Erfolg vor durchwachsener Bilanz

Die Gesamtbilanz der ukrainischen F-16-Flotte wird von Militäranalysten eher kritisch bewertet. Nur ein kleiner Teil der seit 2024 gelieferten, überwiegend aus niederländischen Beständen stammenden Maschinen gilt derzeit als einsatzbereit. Viele stehen wegen ausstehender Wartungsarbeiten am Boden.

Verschärft wird die Lage durch einen Mangel an Lenkwaffen, der sich durch den Krieg mit dem Iran zusätzlich zugespitzt hat, da für die Ukraine vorgesehene Waffenlieferungen zeitweise umgeleitet wurden.

Jack Watling vom Londoner Royal United Services Institute (RUSI) sieht die Ukraine bislang nicht in der Lage, das Offensivpotenzial der F-16 auszuschöpfen. Der intensive Einsatz der Jets zur Abwehr von Drohnen und Marschflugkörpern habe zugleich die vorhandenen Wartungskapazitäten erschöpft. Probleme bei der Systemintegration hätten laut Watling sogar zu Zwischenfällen durch Eigenbeschuss geführt. Bislang kamen die westlichen Jets vor allem defensiv zum Einsatz. Der bestätigte Abschuss zeigt allerdings eine weitaus aktivere Rolle im Luftraum.

Integreation von NATO-Waffen

Die ukrainischen Maschinen können bereits ein breites Spektrum moderner NATO-Bewaffnung einsetzen, darunter radargelenkte AIM-120-Raketen, infrarotgesteuerte AIM-9-Sidewinder- und IRIS-T-Flugkörper sowie lasergelenkte 70-Millimeter-Raketen, die vor allem zur Drohnenabwehr eingesetzt werden.

Für Angriffe am Boden stehen zudem JDAM-Bomben, Small Diameter Bombs und möglicherweise ERAM-Marschflugkörper zur Verfügung. Bereits zuvor hatte die Ukraine angekündigt, ihre F-16-Flotte zusätzlich mit deutschen Kurzstreckenraketen auszurüsten.