Seit dem vergangenen Jahr kursieren Berichte über eine neue chinesische Luft-Luft-Rakete.
Bestätigt hat Peking die Existenz des Systems bislang nicht. Die Volksbefreiungsarmee hat weder technische Daten veröffentlicht noch die Indienststellung einer solchen Waffe angekündigt.
Alle kursierenden Angaben stammen aus inoffiziellen Quellen. Nun wurde eine angebliche Präsentation aus chinesischen Luftwaffenseminaren in den sozialen Medien veröffentlicht, die die technischen Spezifikationen der PL-16 im Vergleich zu früheren Modellen zeigt. Ob die Präsentationsfolien echt sind, lässt sich schwer einschätzen.
Die bisher genutzte PL-15 wurde von der staatlichen China Airborne Missile Academy (CAMA) entwickelt und ist seit rund 10 Jahren bei der chinesischen Armee im Einsatz. Sie gilt als eine der leistungsfähigsten radargelenkten Luft-Luft-Raketen mit großer Reichweite.
Die Standardversion soll eine Reichweite von über 200 Kilometern erreichen, ist mit einem aktiven AESA-Radar ausgestattet und kann unter anderem vom Tarnkappenjäger J-20 gestartet werden.
Als Exportvariante PL-15E wird das System auch an Pakistan geliefert, allerdings Berichten zufolge mit auf 150 Kilometer begrenzter Reichweite.
Im vergangenen Jahr schoss ein pakistanischer J-10C-Mehrzweckkampfjet eine indische Rafale mit der Luft-Luft-Rakete ab. Die indischen Nachrichtendienste sollen sich auf die Information mit begrenzter Reichweite verlassen haben. Der Abschuss der Rafale soll jedoch nach pakistanischen Angaben aus 200 Kilometer Entfernung erfolgt sein.
Was soll die PL-16 können?
Die PL-16 soll laut der geleakten Informationen schlanker ausfallen als die PL-15, sodass der J-20 sechs statt nur vier Exemplare intern mitführen könnte. Tarnkappenjäger sind auf interne Waffenträger angewiesen, da externe Pylone ihre Radarsignatur stark erhöhen würden.
Außerdem soll die PL-16 ein variables Schubsystem haben. Konventionelle Feststoffraketen verbrennen ihren Treibsatz in einer festen Phase und verlieren danach an Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit.
Ein regelbares Triebwerk hingegen könnte den Schub je nach Flugphase, Zielbewegung und Umgebungsbedingungen dynamisch anpassen.
Feststoffantriebe schnell herstellbar und vergleichsweise günstig. Damit lassen sich also sehr schnell sehr viele Raketen produzieren.
Bei der Reichweite soll die PL-16 ihre Vorgängerin nochmal deutlich übertreffen. Bis zu 300 Kilometer Reichweite werden von Verteidigungsanalysten vermutet.





