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Oberstufentriebwerk der Ariane 6

Produktion der Vinci-Brennkammer in Ottobrunn angelaufen

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Die Schubkammer des Vinci-Oberstufentriebwerks für das erste Flugmodell der Ariane-6-Trägerrakete entsteht bei ArianeGroup in Ottobrunn.

Die Produktion wichtiger Teile des Ariane-6-Oberstufentriebwerks Vinci ist am Mittwoch bei ArianeGroup (vormals Airbus Safran Launchers) in Ottobrunn angelaufen, wie das Unternehmen mitteilt. Zuvor sind am Institut für Raumfahrtantriebe des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen zahlreiche Triebwerkstests am Boden durchgeführt worden. Derzeit läuft nach Angaben des DLR eine weitere Testkampagne am Höhensimulationsprüfstand P4.1, um die Entwicklung des Triebwerksdesigns zu vervollständigen und die Qualifikation der Triebwerke für den Flugbetrieb zu erreichen.

Das Vinci-Triebwerk ist wiederzündbar, dadurch soll die Einsatzbreite der Ariane 6erweitert werden. "Bei Vinci ist es gelungen, die Effizienz des Triebwerkes erheblich zu steigern und gleichzeitig das Triebwerk bis zu fünfmal zünden zu lassen. So können verschiedene Nutzlasten schnell und zuverlässig ihre unterschiedlichen Umlaufbahnen erreichen", sagt Denis Regenbrecht, der im Raumfahrtmanagement des DLR für das Ariane-Programm zuständig ist. So soll die neue europäische Trägerrakete Nutzlasten in andere Orbits bringen können als die Ariane 5, beispielsweise zur Internationalen Raumstation ISS.

Der Höhensimulationsprüfstand P4.1 in Lampoldshausen ist der einzige in Europa, der während eines Tests ein dauerhaftes Vakuum erzeugen kann, in dem Triebwerk und Düse wie in über 70 Kilometern arbeiten können. Foto und Copyright: DLR

Die Hauptverantwortung der Produktion liegt im französischen ArianeGroup-Standort Vernon. "Das Herz des gesamten Triebwerks - die Brennkammer - wird aber im bayerischen Ottobrunn gefertigt. In ihr läuft die eigentliche Verbrennung ab, die wiederum den Schub von 180 Kilonewton erzeugt", sagt Regenbrecht. Vinci nutzt als Treibstoff kryogenen Wasserstoff und als Oxidator flüssigen Sauerstoff. Der Raketenmotor funktioniert nach dem sogenannten Expander-Cycle-Verfahren: Zuerst umströmt der Treibstoff die Brennkammer, kühlt sie herunter und verdampft dabei. Die entstehenden Gase werden als Antriebsmedium für die Treibstoffpumpen genutzt und anschließend zusammen mit dem Oxidator in die Brennkammer geleitet und verbrannt.

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