Rocket Cargo: US Air Force testet Frachttransport per Rakete

Rocket Cargo
US Air Force testet Frachttransport per Rakete

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.10.2026
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US Air Force testet Frachttransport per Rakete
Foto: SpaceX

Trägerrakten als Möglichkeit, schnell Dinge von A nach B zu befördern? Was nach Science Fiction klingt, untersucht das Air Force Research Laboratory (AFRL) im Rahmen des Rocket-Cargo-Projekts als ernsthafte Möglichkeit. Am 20. Oktober nutzte das AFRL einen kommerziellen Rideshare-Flug mit einer Falcon 9 von SpaceX, um die Frachtlieferung per Rakete auszuprobieren. Die Mission Bandwagon-5 startete von der Cape Canaverals Space Force Station aus.

Um die Testfracht – Überlebensausrüstung, darunter Funkgeräte, ein SATCOM-Tracker, Batterien, Umkehrosmose-Entsalzungsanlage und medizinische Notfallausrüstung – an ihr Ziel zu befördern, kam eine Starfall-Kapsel von SpaceX zum Einsatz. Sie wurde laut SpaceX 2 Stunden und 48 Minuten nach dem Start von der Oberstufe als letzte Nutzlast ausgesetzt.

SpaceX

Es war nach ihrem ersten Flug im Juni erst der zweite Einsatz der Starfall-Kapsel. Sie war mit Sensoren und Instrumenten bestückt, um Temperatur, Stöße und Vibrationen zu messen, denen die Fracht ausgesetzt ist. Die Überlebensausrüstung war in mehreren der eigens vom AFRL entwickelten Behälter namens "Agile Cargo Pod" untergebracht. Die knallroten Behälter waren mit Umweltsensoren ausgestattet, die den Zustand der Nutzlast während des Starts und des Wiedereintritts beobachteten. Besonderes Interesse galt dabei der elektronischen Ausrüstung.

Option für abgelegene Orte

Das AFRL untersuchte auch, ob eine UNI-PAC-III-Rettungsinsel für 20 Personen in die Starfall-Kapsel passt, um sie möglicherweise bei einem späteren Testflug als Fracht zu befördern.

Zu den Ergebnissen des ersten Test machte das AFRL keine Angaben. Generell böten Trägerraketen jedoch den Vorteil einer großen Gesamtfrachtkapazität von mehreren Dutzend Tonnen pro Start. "Für die Joint Force könnte dies eines Tages eine schnelle globale Mobilität in umkämpfte Gebiete und abgelegene Standorte ohne Zugang zu Start- und Landebahnen und Straßen ermöglichen, einschließlich umkämpfter Logistik, expeditionärer Operationen, Rettungsaktionen, Katastrophenhilfe sowie der Reaktion auf chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren", so das AFRL in einer Pressemitteilung.

Das AFRL will weitere Tests zur Raketenfracht durchführen und arbeitet eigenen Angaben zufolge mit verschiedenen kommerziellen Unternehmen zusammen, neben SpaceX auch mit Blue Origin, Rocket Lab, Sierra Space, Anduril, Inversion Space und Outpost Space. Zudem würden Möglichkeiten geprüft, kommerzielle Investitionen in Trägerraketen sowie kommerzielle Rückkehrkapseln für die Fertigung im Weltraum zu tätigen.