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Sechs Frauen im Finale

Wer wird die erste deutsche Astronautin?

Im Rahmen der Initiative "Die Astronautin" sucht das Unternehmen HE Space derzeit eine geeignete Frau für eine zehntägige Mission auf der ISS. Sechs Bewerberinnen stehen nun im Finale.

Die sechs Finalistinnen haben sich im medizinisch-psychologischen Auswahlverfahren des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gegenüber 80 anderen hochqualifizierten Bewerberinnen durchgesetzt. Die Austronautenanwärterinnen wurden am Dienstag bei Airbus in Bremen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mehr als 400 Frauen hatten sich bei der Initiative "Die Astronautin" beworben, 80 davon durchliefen das offizielle Auswahlverfahren des DLR, das an die Standards der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA angelehnt ist. In der Abteilung für Luft- und Raumfahrtpsychologie des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin in Hamburg wurden in der ersten Stufe Wissens- und Leistungstest durchgeführt. In Stufe zwei mussten die Kandidatinnen Teamaufgaben und Interviews bewältigen, deren Ergebnisse der Einschätzung von Teamkompetenz und Persönlichkeit dienten. Die physische Eignung wurde bei Belastungstests und mehrtägigen Untersuchungen im Januar vom Flugmedizinischen Center des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin am DLR-Standort Köln ermittelt.

Die Kriterien der Untersuchungen orientierten sich nach Angaben des DLR an den Anforderungen an eine kommerzielle Astronautin und nicht an eine Berufsastronautin. Denn die Initiative "Die Astronautin" will bis 2020 eine zehntägige ISS-Mission durch Sponsoren und Crowdfunding finanzieren. Dazu begann am Dienstag auch die erste Crowdfunding-Kampagne auf Startnext. Das Ziel sind 50.000 Euro bis zum 31. April, mit denen der erste Trainingsabschnitt bezahlt werden soll. Parallel zum Crowdfunding geht das Auswahlverfahren in die letzte Runde. Aus den sechs Finalistinnen wählt eine Jury zwei Frauen aus, die die Astronautenausbildung absolvieren dürfen.

Die Initiative verfolgt laut HE Space und DLR verschiedene Ziele. Frauen und Mädchen sollen dadurch für technische Berufe und ein naturwissenschaftliche Studiengänge begeistert werden. Zum anderen soll bei dem ISS-Aufenthalt der ausgewählten Astronautin mit einem Experimentprogramm erforscht werden, wie der weibliche Körper in der Schwerelosigkeit reagiert.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr über die Finalistinnen.

Nicola Baumann

Nicola Baumann. Foto und Copyright: Juliana Socher

Nicola Baumann (geboren am 10. März 1985 in München) ist Eurofighter-Pilotin bei der Bundeswehr in Nörvenich bei Köln. Sie trägt den Dienstgrad "Major" und ist unter anderem für die Luftraumüberwachung in Deutschland und befreundeten NATO-Nationen zuständig. Nach einer Offiziersausbildung machte die Münchnerin eine Ausbildung zur Kampfflugzeugpilotin und absolvierte ein Fernstudium in Maschinenbau. 

Lisa Marie Haas

Lisa Marie Haas. Foto und Copyright: Juliana Socher

Lisa Marie Haas (geboren am 23. September 1983 in Nürtingen) ist Entwicklungsingenieurin und Teilprojektleiterin bei der Robert Bosch GmbH in Reutlingen. Sie ist spezialisiert auf Sensoren, die im Bereich Consumer Electronics zum Einsatz kommen. Sie promovierte am Institut für Theoretische Physik in Heidelberg.

Susanne Peters

Susanne Peters. Foto und Copyright: Juliana Socher

Susanne Peters (geboren am 7. Oktober 1985 in Potsdam) hat Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart studiert und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Raumfahrttechnik der Universität der Bundeswehr München, wo sie auch promoviert. Ihr Spezialgebiet ist die Entfernung von Weltraummüll aus dem Orbit. 

Magdalena Pree

Magdalene Pree. Foto und Copyright: Juliana Socher

Magdalena Pree, 28, arbeitet als "Ground Operations Engineer" im Galileo-Kontrollzentrum der DLR-Gesellschaft für Raumfahrtanwendungen in Oberpfaffenhofen. Neben Live-Operations am Satellitensystem ist die gebürtige Österreicherin mit deutscher Staatsangehörigkeit in dem Satellitenkontrollzentrum unter anderem für die Identifizierung von Problemen und deren Lösung sowie für die Kontrolle von Systemkomponenten verantwortlich. Magdalena Pree hat Luft-und Raumfahrttechnik an der TU München studiert.

Suzanna Randall

Suzanna Randall. Foto und Copyright: Juliana Socher

Suzanna Randall (geboren am 6. Dezember 1979 in Köln) ist Astrophysikerin und arbeitet an der Europäischen Südsternwarte (European Southern Observatory) in Garching. Sie beschäftigt sich mit der Evolution von Sternen und arbeitet außerdem für das ALMA-Projekt in Chile, dem derzeit größten Teleskop der Welt. Suzanna Randall promovierte in Astrophysik an der Universität Montreal in Kanada.

Insa Thiele-Eich

Insa Thiele Eich. Foto und Copyright: Juliana Socher

Insa Thiele-Eich (geboren am 21. April 1983 in Heidelberg) ist Meteorologin und wissenschaftliche Koordinatorin am Meteorologischen Institut der Universität Bonn. Sie betreibt Grundlagenforschung für eine verbesserte Wetter- und Klimavorhersage und untersucht beispielsweise den Wasser- oder Energieaustausch zwischen Boden, Vegetation und Atmosphäre. In ihrer Doktorarbeit analysiert sie die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch. Sie hat Meteorologie an der Universität in Bonn studiert.

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