Russisches Progress-Raumschiff startet zur ISS - 3 Monate zu spät

Versorgungsmission drei Monate verzögert
Progress MS-33 auf dem Weg zur ISS

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.03.2026
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Nach einer dreimonatigen Pause startete am Sonntag wieder eine Raumfahrtmission in Baikonur, dieses Mal zur Internationalen Raumstation (ISS). Das unbemannte Raumschiff Progress MS-33 hob am 22. März um 11:59 Uhr UTC vom Startplatz 31/6 des Weltraumbahnhofs in Kasachstan ab. An Bord befinden sich 2.500 Kilogramm Lebensmittel, Treibstoff und weitere Ausrüstung für die ISS.

Zum Einsatz kam die Sojus-2.1a Trägerrakete. Im Vergleich zu älteren Varianten verfügt die Sojus-2.1a über ein digitales Flugleitsystem, das Bahnkorrekturen während des Flugs ermöglicht und eine präzisere Navigation gewährleistet. Die Rakete nutzt verbesserte RD-107A- und RD-108A-Triebwerke, die die Verbrennungseffizienz erheblich steigern.

Lange Verzögerung wegen Schaden am Startplatz

Der Start war ursprünglich für Dezember geplant, wurde aber um mehr als drei Monate verschoben. Der Startplatz 31/6 war seit der Sojus-MS-28-Mission im November nicht mehr benutzbar.

Beim Abheben war eine Wartungsplattform unter dem Startturm nicht ordnungsgemäß gesichert worden. Die Triebwerkskräfte beim Start rissen die Plattform los, sie stürzte in den Flammengraben und wurde zerstört.

Roskosmos entschied sich bei der Reparatur für die Nutzung einer Ersatzeinheit aus den 1970er-Jahren, die mit Modifikationen für den aktuellen Startplatz einsatzfähig gemacht wurde.

Ohne funktionsfähigen Startplatz wäre Roskosmos nicht in der Lage gewesen, seine ISS-Module mit Treibstoff und Wasser zu versorgen. Die NASA hatte sich deswegen für eine Umplanung der Versorgung der ISS entschieden.

Andocken mit Fernsteuerung geplant

Progress MS-33 soll die Internationale Raumstation in etwa zwei Tagen erreichen. Die geplante Andockmanöver am Poisk-Modul ist für den 24. März um 13:34 Uhr UTC vorgesehen. Automatisch wird das dieses Mal nicht funktionieren. Denn einer der beiden Antennensensoren des Kurs-Andocksystems funktioniert nicht. Die Antenne blieb nach dem Start eingeklappt.

Progress MS-33 wird zur Startrampe in Baikonur gebracht, um Ende März 2026 zur ISS aufzubrechen.
Roskosmos

Dieses System ermöglicht normalerweise die automatische Annäherung und Andockung an die ISS. Stattdessen wird Expeditionskommandant Sergei Kud-Swerchkow die Andockung manuell per Fernsteuerung aus durchführen. Manuelle Andockmanöver werden im Ausbildungszentrum regulär trainiert. Ein Problem sollte es für die Besatzung also nicht sein.

Das Frachtschiff bleibt etwa sechs Monate an der Raumstation angedockt, bevor es mit Müll beladen zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre abgedockt wird.

ISS nähert sich Ende ihrer Lebenszeit

Die ISS soll noch bis September 2032 operativ bleiben. Seit 25 Jahren ist die Station dauerhaft von Menschen bewohnt.

Das russische Nachfolgeprojekt für eine nationale Station, die Russian Orbital Service Station (ROSS), befindet sich in Planung. Im nächsten Jahr soll der Bau beginnen. Die Finanzierung und der operationale Status sind jedoch noch unklar.

Anders als die ISS soll die neue Station nicht dauerhaft besetzt sein, sondern die meiste Zeit rein automatisiert arbeiten.