Eigentlich hätte die Sojus-5 im Dezember vergangenen Jahres abheben sollen. Im November war die Rakete im Kosmodrom Baikonur angekommen; am 26. Dezember standen sowohl die Infrastruktur als auch die Trägerrakete selbst für den ersten Start bereit, erklärte damals Dmitri Baranow, stellvertretender Generaldirektor für Raketenprojekte der staatlichen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Allerdings standen kritische Tests vor dem Start noch aus.
Für den geplanten Start wurde im Rahmen des Baiterek-Projekts die Zenit-M-Startrampe umgebaut, um dort ab 2028 regelmäßig Starts mittelschwerer Trägerraketen durchführen zu können. Der Jungfernflug der Sojus-5 hätte ein erster Test sein sollen – dazu kam es 2025 jedoch nicht mehr.
Roskosmos und die kasachische Raumfahrtagentur Kazcosmos beschlossen kurzfristig, den Erststart der Trägerrakete zu verschieben. Ausschlaggebend waren technische Gründe, wie Roskosmos in einer Erklärung mitteilte. Welche Probleme genau zur Verschiebung führten, veröffentlichte die Behörde nicht. Roskosmos und Kazcosmos kündigten jedoch an, zusätzliche Überprüfungen der Bordsysteme und der Bodenausrüstung durchzuführen.

Die Sojus-5 soll vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur abheben - voraussichtlich im März.
Start "im ersten Quartal"
"Wir bereiten derzeit unsere Baiterek-Startrampe am Weltraumbahnhof Baikonur intensiv vor. Dies ist unsere eigene kasachische Startrampe, von der aus Trägerraketen der mittleren und schweren Nutzlastklasse gestartet werden. [...] Wir erwarten den ersten Teststart im ersten Quartal des nächsten Jahres", sagte Schaslan Madijew, kasachischer Minister für Künstliche Intelligenz und Digitale Entwicklung, nach der Absage des Starts gegenüber Reportern.
Neuer Starttermin: März 2026
Vergangene Woche konkretisierte der russische Botschafter in Kasachstan, Alexej Borodawkin, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS, der erste Start vom gemeinsamen kasachisch-russischen Raumfahrtkomplex Baiterek solle im März 2026 stattfinden.
"Ich hoffe, dass die von Roskosmos angekündigten Fristen eingehalten werden und wir den Start des Raumschiffs im März 2026 erleben werden", sagte er. Damit ginge es für die Sojus-5 mit etwa drei Monaten Verspätung ins All.
Derzeit hat auch die NASA technische Probleme mit einer Trägerrakete: Die bemannte Mondmission Artemis II wird nicht wie geplant im März starten. Ein Problem mit dem Heliumzufluss zur Oberstufe der SLS-Rakete zwingt die NASA dazu, die Rakete zurück ins Montagegebäude des Kennedy Space Centers zu rollen. Ein neuer Starttermin steht hier noch nicht fest.
Das Projekt Baiterek
Die Sojus-5 wird im Rahmen des russisch-kasachischen Projekts Baiterek entwickelt, um unbemannte Raumfahrzeuge in erdnahe Umlaufbahnen zu befördern. 2028 soll die zweistufige Trägerrakete voll einsatzfähig sein. Entwickelt und hergestellt wird sie im Progress-Zentrum für Raketen- und Weltraumtechnik im russischen Samara.





