Moskau hat die Stationierung seines neuen Raketensystems vom Typ Oreschnik, russisch für "Haselnussstrauch", in Belarus abgeschlossen. Das teilte das russische Verteidigungsministerium am Montag mit. Bei einer Zeremonie in Belarus wurde die Einheit offiziell in den Kampfbereitschaftsdienst übernommen.
Das mobile Waffensystem kann ballistische Mittelstreckenraketen mit Hyperschallgeschwindigkeit abfeuern. Nach Angaben des ukrainischen Militärs erreicht Oreschnik Geschwindigkeiten von über Mach 10. Damit würde die Waffe zu den schnellsten konventionellen Raketen weltweit gehören.
Oreschnik soll über einen Mehrfach-Wiedereintrittsflugkörper mit sechs unabhängig lenkbaren Gefechtsköpfen verfügen, die jeweils weitere Submunitionen enthalten. Diese Technologie kam bisher ausschließlich bei Atomwaffen zum Einsatz.
Vor der Indienststellung absolvierten die Bedienpersonen eine Spezialausbildung an modernen Simulatoren, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur TASS. Dies betraf verschiedene Funktionsgruppen, darunter Startmannschaften, Kommunikationspersonal sowie technisches Personal für Sicherheit, Energieversorgung und Fahrzeugbetrieb.
Einsatz der Mittelstreckenrakete erstmal 2024 in der Ukraine
Experten gehen davon aus, dass Oreschnik auf dem RS-26 Rubezh basiert, einem Mittelstreckenraketensystem, das zwar fünfmal getestet, aber nie in Dienst gestellt wurde.
Das Raketensystem war am 21. November 2024 erstmals im Krieg in der Ukraine zum Einsatz gekommen. Dabei wurde die Stadt Dnipro mit einem Gefechtskopf getroffen.
Einen Tag nach diesem Einsatz hatte Präsident Wladimir Putin erklärt, dass mehrere einsatzbereite Systeme zur Verfügung stünden. Im August 2025 verkündete er, dass die erste Produktionsserie an die russischen Streitkräfte ausgeliefert worden sei.
Die Stationierung in Belarus erweitert die militärische Präsenz Russlands im Nachbarland erheblich. Das System verfügt über eine Reichweite, die weite Teile Europas abdeckt.





