Toiletten-Notstand auf der USS Ford: Weltgrößter Flugzeugträger mit Sanitärproblem

USS Gerald R. Ford mit Toilettenproblem
Sanitärnotstand auf dem weltgrößten Flugzeugträger

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.02.2026
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Die USS Gerald R. Ford (CVN-78), der modernste Flugzeugträger der US-Marine mit einem Anschaffungswert von rund 13 Milliarden Dollar, kämpft derzeit vor der Küste Kretas mit einem unerwarteten Problem. Der größte Träger der Welt ist im Mittelmeer unterwegs, um als Drohkulisse für die Atomgespräche zwischen Washington und Teheran zu agieren. Das Schiff mit einer Besatzung von über 4.000 Seeleuten verfügt über fast 650 Toiletten, doch anscheinend funktioniert ein erheblicher Teil davon nicht zuverlässig.

Und das trotz eines Entsorgungssystems, das eigentlich der neuesten Technik entspricht. Das sogenannte Vakuum-Sammel- und Transfersystem arbeitet mit Druckluft, um menschliche Ausscheidungen durch ein komplexes Rohrnetz zu befördern und zu entsorgen.

Wie ein Sprecher des Marinestabs erklärte, hätten die Probleme bislang keine Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft oder die Erfüllung von Einsatzaufträgen. Die auftretenden Defekte seien in der Regel isolierte Ereignisse, die nicht das gesamte Abwassersystem lahm legten. Reparaturarbeiten würden durchschnittlich zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden in Anspruch nehmen, während der Rest der Anlage unterbrechungsfrei arbeite.

Hilferufe häufen sich

Doch die offiziellen Aussagen widersprechen teilweise dem, was Recherchen offenlegten. Nach Informationen von "National Public Radio" (NPR) forderte die USS Gerald R. Ford seit 2023 insgesamt 42 Mal externe Reparaturhilfe an, davon allein 32 Mal im Jahr 2025. Ein Dutzend dieser Anrufe soll erfolgt sein, nachdem das Schiff seine reguläre Ausfahrt von einer Marinebasis begann und die Route schließlich in südamerikanische Gewässer führte.

Flugzeugträger USS "Gerald R. Ford"
US Navy

"Ungeeignete Substanzen" in der Toilette

NPR berichtete auch, dass innerhalb von nur vier Tagen über 200 einzelne Ausfälle der Toilettenanlagen von Schiffspersonal registriert worden seien.

David Carter, ein Sprecher des US-Flottenkommandos, bestätigte auf Anfrage des Fachmagazin „Military Times“, dass das Schiff durchschnittlich einen Wartungsanruf pro Tag verzeichne und verwies auf die These, dass die Probleme durch das Einführen ungeeigneter Substanzen in das System entstünden.

Abflussrohre nicht stark genug?

Ein bereits im Jahr 2020 veröffentlichter Bericht eines unabhängigen Prüfungsamts der US-Regierung wies auf eine grundlegende Konstruktionsschwäche des Flugzeugträgers hin. Die Rohre seien zu dünn und daher schlicht nicht dafür ausgelegt, die tägliche Belastung durch über 4.000 Menschen zu bewältigen.