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Unverzichtbar im Gefecht

Technik erklärt: So arbeitet ein AESA-Radar

Foto: Dassault

Kampfjets von heute sind bis an die Zähne ihrer Piloten bewaffnet – doch ohne funktionierendes Radar sind sie blind. Um gleichzeitig mehrere Ziele verfolgen und attackieren zu können, nutzen zeitgemäße Kampfflugzeuge die Technik des AESA-Radars.

Das Radarsystem als wichtigster Sensor eines Kampfflugzeuges hat sich im Laufe der Jahrzehnte stetig weiterentwickelt. Damals wie heute liegen seine grundsätzlichen Vorzüge klar auf der Hand: hohe Reichweite, Nutzbarkeit bei jedem Wetter und vielfältige Betriebsarten (Luft-Luft oder Luft-Boden).

Während früher Radarsysteme mit einer mechanisch schwenkbaren Antenne beziehungsweise einer passiven elek-tronischen Strahlschwenkung verwendet wurden, ist heute in Kampfflugzeugen das AESA-Radar notwendiger Standard. Hierbei kommt eine aktive elektronische Strahlschwenkung der Antenne zum Einsatz, im Englischen Active Electronically Scanned Array (AESA) genannt.

Diese modernen Radare besitzen 1 000 bis 1 500 kleine Sende- und Empfangsmodule (Transmit-/Receive-Module), welche die Sendeenergie direkt in der Antenne erzeugen. Weitere Komponenten sind ein Rechner und die Stromversorgung. Der Aufbau unterscheidet sich somit von den Vorläufermodellen, die nur einen einzelnen Sender oder Empfänger einsetzten und somit störanfälliger waren.

Untergebracht ist das AESA-Radar typischerweise in der „Nase“ des Flugzeuges – auch Radom genannt. Je mehr Platz dort zur Verfügung steht, desto größer und somit leistungsstärker können die Antennen sein. Bei über 1000 verbauten Sende- und Empfangsmodulen auf diesem begrenzten Raum ist jedoch die entstehende Wärmeentwicklung nicht zu unterschätzen.

Blitzschneller Strahl für parallele Zielverfolgung

Das AESA-Radar kann seinen Strahl innerhalb von Millisekunden schwenken. Ältere Radarsysteme benötigten dafür noch eine Sekunde oder mehr. Die hohe Beweglichkeit ermöglicht es, viele verschiedene Ziele nahezu zeitgleich zu verfolgen und gleichzeitig weiter zu suchen, auch wenn die Ziele in unterschiedlichen Richtungen liegen. Erkannte Ziele können durch eine vermehrte Anstrahlung intensiver verfolgt werden. Eine individuelle Ansteuerung der Sende- und Empfangsmodule ermöglicht die flexible Formung einer oder mehrerer Radarkeulen. Eine Flugkörperlenkung oder Lageerfassung sind ebenso möglich wie ein Einsatz als Richtfunkantenne, bei der Daten mit einer hohen Rate gesendet werden.

Standard in modernen Kampfjets

Das AESA-System kommt in einer Vielzahl von Kampfflugzeugmustern zum Einsatz, beispielsweise in künftig neu gebauten Eurofighter Typhoon, Rafale, F/A-18E/F, neuen F-16, F-22 Raptor,F-35 sowie russischen und chinesischen Mustern. Hersteller entsprechender Systeme sind unter anderem Raytheon, Thales oder Northrop Grumman, aber auch russische Firmen.

Captor-E, das AESA-Radarsystem des Eurofighters, weist eine relativ große Antenne auf, da das Eurofighter-Radom größer ist als das vergleichbarer Kampfflugzeuge. Dadurch ist die Antenne leistungsfähiger und schafft zusammen mit ihrer beweglichen Lagerung eine Vergrößerung des Detektionsbereichs wie auch des Sichtfeldes. Die Verfolgung von Luft- und Bodenzielen kann so in einem Sichtbereich von 220 Grad ohne Verzug erfolgen. Einen 360-Grad-Rundumblick schaffenFrühwarnflugzeuge mit im Dreieck angeordneten AESA-Antennen. Auch auf Schiffen und bei hochpreisigen Flugabwehrsystemen kann das AESA-Radar eingesetzt werden.

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